KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Tödliche Blumengrüße zum Valentinstag

(11.2.2010)

Presseaussendung von Volkshilfe und FIAN: Blumen aus fairer Produktion verhindern Gesundheitsrisiken für ArbeiterInnen

Auch in diesem Jahr weisen die Menschenrechtsor­ganisation FIAN und die Volkshilfe Österreich aus gegebenem Anlass auf die anhaltenden Verletzungen von Arbeitsrechten in der Blumenproduktion hin. Vor dem diesjährigen Valentinstag ereignete sich auf einer ugandischen Blumenfarm ein Pestizid-Unfall mit tödlichem Ausgang. Beim Mischen von Pestiziden wurde ein Arbeiter der Firma Rosebud so schwer verletzt, dass er erblindete und 6 Wochen später starb. Der Betrieb hatte dem Mann keine ausreichende Schutzkleidung zur Verfügung gestellt und ihn erst Stunden nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht. Als die ArbeiterInnen desselben Betriebs daraufhin für bessere Arbeitsbedingungen streikten, wurde der Streik von der Polizei gewaltsam beendet.

„Das ist die Spitze des Eisbergs der Menschenrechtsver­letzungen in der Blumenproduktion“, erläutert Sophie Veßel, Koordinatorin der Kampagne „Fair Flowers“ von FIAN gegen die Fahrlässigkeit der UnternehmerInnen. „Wir beobachten in vielen Ländern, dass Betriebe sehr nachlässig mit dem Gesundheitsschutz ihrer Arbeiter und Arbeiterinnen umgehen. Meistens wird dies von den Regierungen hingenommen.“ Von den weltweit wichtigsten Blumenproduzen­tInnen haben nur Äthiopien, Südafrika und Simbabwe die Konvention Nr. 155 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ratifiziert. Weiterhin hat von den Blumen exportierenden Ländern nur Ecuador die IAO-Konvention Nr. 110 für Plantagenarbe­iterInnen ratifiziert.

Der Unfall auf der ugandischen Farm Rosebud hatte sich bereits am 30. November 2009 ereignet. Aus einem undichten Ventil waren dem betroffenen Arbeiter Pestizide ins Gesicht gespritzt. Er wurde erst dreieinhalb Stunden später in das betriebseigene Krankenhaus gebracht. Trotz Verschlechterung seines Zustandes stellte ihn die Firma erst Tage später und erneut Anfang Januar im städtischen Krankenhaus vor. Am 7. Januar verstarb er. Da der Unfall nur ein Beispiel der schlechten Arbeitsbedingungen bei Rosebud ist, forderte die Gewerkschaft das Management zu Verhandlungen auf. Aufgrund des unzureichenden Ergebnisses trat die Belegschaft am 26. Januar in den Streik. Dieser wurde von der Polizei gewaltsam beendet. Das Unternehmen hat sich nun zum ersten Mal zu Tarifverhandlungen bereit erklärt.

Berichte über unzureichenden Gesundheitsschutz erreichen FIAN auch aus anderen Ländern. Menschenrechtsor­ganisationen und Gewerkschaften haben als Gegenstrategie den Internationalen Verhaltenskodex für sozial- und umweltverträgliche Blumenproduktion entwickelt, der von Gütesiegeln wie dem Flower Label Program (FLP) und Fairtrade umgesetzt wird. „Wer zum Valentinstag Blumen nicht auf Kosten der Arbeiterinnen verschenken will, sollte beim Kauf unbedingt auf seriöse Gütesiegel achten, etwa FLP oder FAIRTRADE.“, empfiehlt Univ.Prof. Dr. Josef Weidenholzer, Präsident der Volkshilfe Österreich.

flowers für human dignity FIAN (FLP (Flower Label Program) -HändlerInnenliste) Volkshilfe