KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Leicht beschädigte Tiere

Von Roman Gutsch (17.12.2007)

Politik wird häufig karikiert. Seltener ist allerdings, dass politische Entscheidungen an einer Karikatur ausgerichtet werden. So geschehen aber offenbar zuletzt bei der Novelle des Tierschutzgesetzes, die am 1. Jänner 2008 in Kraft treten wird.

Ein bekannter Cartoon von Nicolas Mahler zeigt eine Tierhandlung mit einer Wühlbox, die mit einem Schild versehen ist, auf dem leicht beschädigte Tiere zum halben Preis angeboten werden. Dass das Halten von Hunden und Katzen in Zoohandlungen wieder erlaubt wird, nachdem es 2005 aus guten Gründen verboten und zwischenzeitlich sogar vom Verfassungsge­richtshof als eine verfassungskonforme Tierschutzmassnahme bezeichnet wurde, kann folglich, so die ironische Vermutung des Autors, bloß damit zusammenhängen, dass dem Gesetzgeber der beschriebe Bildwitz und kein Gutachten vorlag.

Andernfalls hätte dieser Rückschritt in der österreichischen Tierschutzpolitik keine Befürwortung finden dürfen. Tatsache ist, dass die jungen Welpen und Kätzchen, die meist aus dubiosen Vermehrungsan­stalten kommend in den Verkaufsboxen landen, nicht nur lieblich sind, sondern in der Regel auch verstört und sterbenskrank. Kein Wunder: die sensiblen Jungtiere, die ihren Müttern und einer adäquaten Umgebung zu früh entzogen werden, sind nicht gerüstet für ein Leben in einem Geschäftslokal. Der Lärm, die künstliche Beleuchtung, die Kundschaft sorgen für eine extreme Belastung. Durchfall und Erbrechen sind die sichtbaren Reaktionen. Viele Tierbabys überleben die ersten Wochen nicht. Jene, die überleben, verhalten sich aufgrund des Negativstresses, dem sie in der Zeit ihrer Prägung ausgeliefert waren, problematisch. In anderen Worten: nach Weihnachten können wieder „Mängelexemplare“ der zu Waren degradierten Tiere in Zoohandlungen erworben werden.

Ein weiterer Rückschritt im novellierten Tierschutzgesetz ist die – von der Fleischindustrie begrüßte – Regelung, dass die ohnehin dürftigen Mindeststandards bei landwirtschaf­tlichen Nutztieren um zehn Prozent unterschritten werden dürfen. Die gesetzliche Erlaubnis zum Unterschreiten von Mindeststandards ist wohl die eleganteste Möglichkeit, Standards zu senken ohne das Standardniveau selbst anzutasten. Vor diesem Hintergrund ist die Aussage von SPÖ-Tierschutzsprecher Dietmar Keck, dass „die Novellierung des Tierschutzgesetzes kein Aufweichen“ sei, einfach nur seinem Namen entsprechend, sprich: keck.

Sähe das neue Gesetz nicht die beiden erwähnten Verschlechterungen vor, dann wäre die Freude über die Verbesserungen – Österreich verbietet als erstes Land die Käfighaltung von Kaninchen für die Fleischproduktion (allerdings mit sehr langen Übergangsbestim­mungen) und führt ein Verbot von Qualzüchtungen ein – eine ungetrübte.

Bundesheer abschaffen! Ersatzlos

Fröhliche Menschen treten Bomben weg. Sprechblase: Abrüsten für EntwicklungDie Waffen nieder: Neutralität entwickeln


Die Bundesregierung hat mit der Neutralität jedes Mittel in der Hand aktive Politik zu betreiben um Frieden zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Die Forderung nach einer vollständigen Entwaffnung der Welt steht dringender denn je. Nur mit Abrüstung werden die dringend benötigten Mittel für zum Beispiel die Beseitigung des Hungers frei!


Die Text der Online Petition, die 2012 auflag, kann hier nachgelesen werden





      Hintergrundinfos         Petition unterschreiben