KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Pater der "hässlichen Armut"

Ausschnitt aus einem Plakatsujet der Vinzi-Werke

Von Christiane Maringer (24.6.2008)

Pfarrer Wolfgang Pucher hat kürzlich den ‚Greinecker Preis für Zivilcourage 2008’ erhalten. Er hat sich diesen Preis schwer verdient. Durch sein Engagement für arme Menschen in Österreich ist er oft genug mit unverständlich aggressive Angriffe – u.a. auch vom Grazer Bürgermeister – konfrontiert gewesen. Im Stil von: ‚Ich bin zu dieser Veranstaltung nur gekommen, um zu sehen, wie man sie blutig geschlagen von hier fort trägt’. Des Pfarrers „Verbrechen“: Er hilft auch jenen Menschen, die aufgrund von Krankheit und Sucht, die sie nicht aufgeben können, in Armut leben. Die ‚hässliche Armut’ nennt er das; Armut, die man in diesem Land schon gar nicht sehen will. Pucher: „Die ‚schöne Armut‘ – die hätten die Leute gern. Das arme Hascherl, das arme Kind, die arme Frau, die ganz unschuldig in ihre Not gekommen sind – das zerreißt das Herz und öffnet Tür, Tor und Brieftasche. Aber es gibt auch die hässliche Armut. Und die ist zahlenmäßig viel größer.“

Dank seiner Initiative leben heute in Graz rund 800 Menschen – Pucher: „die die Gesellschaft ausgespuckt hat“ -, in der Delogiertensi­edlung. Und weil er trotz Widerständen, auch seitens der regionalen Politiker und harter Anfeindungen, nicht aufgegeben hat, gibt es auch eine Schlafstelle für obdachlose AlkoholikerInnen. Insgesamt initiierte er 21 Einrichtungen in dieser Art. Unter anderem die Vinzi-Märkte. Supermärkte für Menschen die mit weniger als 800 Euro im Monat auskommen müssen.

Unverständlich und beschämend die Reaktion vieler Menschen.

Aber erbärmlich die Reaktion von PolitikerInnen; erledigt Pucher mit seiner Arbeit doch die Aufgabe, die sie, mangels Bereitschaft, nicht fähig sind, zu erfüllen: Allen Menschen in Österreich ein menschenwürdiges, abgesichertes Leben zu ermöglichen. Lieber basteln sie an Mindestsicherungen herum, die den Namen nicht verdienen, anstatt endlich die Einführung eines Grundeinkommens für Alle anzugehen.