
Von Josef Stingl (19.2.2008)
Wer in Österreich pflegebedürtig wird, wird zum Sozialhilfefall und muss
dafür auch noch unsoziale Hürden überwinden – in jedem Bundesland andere.
In Tirol gibts eine Vermögensgrenze von 4.000 Euro – bis zu der Summe
muss alles (Sparbuch, Auto, aber auch Haus und Wohnung) veräußert werden, erst
dann beteiligt sich das Land bei den Pflegekosten. Zum Vergleich in
Niederösterreich und Vorarlberg wurden solche mit Jahresbeginn abgeschafft.
Echte Vermögen kräftig zu besteuern ist aber verpönt.
Nächstes Tiroler Hindernis der Regress nicht nur für die Betroffenen,
sondern auch ihre Eltern, Kinder und EhepartnerInnen werden zur Kassa.
Sozialhile wird so zu einem zwar zinsenlosen Landeskredit mit
Zwangsbürgschaft für die Angehörigen! Ähnlich Unsoziales gibt´s neben
Tirol, nur mehr in Burgenland, Kärnten und der Steiermark.
Unter dem Motto Nicht jammern, sondern handeln haben vor einem halben Jahr
GLB und KPÖ das Einleitungsverfahren für das Tiroler Volksbegehren
fairSORGEN gegen die Regressbestimmungen gestartet. 750 Unterschriften,
natürlich jede Einzelne beim zuständigen Wohnsitzgemeindeamt geleistet, sind
dafür notwendig, dass das Land Tirol ein Volksbegehren (übrigens die Prämiere
in Tirol) durchführen muss.
Diese Pflicht ist geschafft, außerdem hat sich der UnterstützerInnenkreis
hat sich erhöht: Beispielsweise durch Christoph Kronthaler von den Jusos,
Grün-NAbg. Kurt Grünewald, Grün-LAbg. Elisabeth Wiesmüller oder der
BürgerInneninitative Daheim statt Heim. Jetzt befinden wir uns in der
Kür, wir sammeln bis Mitte Mai fleißig weiter.
Alle Unterschriften des Einleitungsverfahrens zählen nämlich fürs
eigentliche Volksbegehren. 7.500 Unterschriften sind notwendig, dass der
Landtag die Forderung verpflichtet behandeln muss. Die Eintragungswoche des
Volksbegehren findet auf Grund des Fristenlaufs frühestens im August statt
zwar in der in der Urlaubszeit, aber in der Zeit der
Unterstützungsunterschriften-Aufbringung für die Landtagswahl-Kandidatur.
Also in einer Zeit, wo ohnehin viele TirolerInnen auf die Gemeinde gehen
müssen.
Wir sehen auch durch die zeitliche Nähe zur Landtagswahl eine Chance, denn
welche wahlwerbende Gruppe wird es sich leisten können, sich nicht zu einem
sozialpolitischen Volksbegehren zu positionieren.