KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Vom Rockhaus zum Planet Music zum Abriss

Die Musikszene streut dem von der Stadt Wien vorgesehenen, neuen Beteiber der Szene Wien keine Rosen

Von Percy Treitl (20.5.2008)

Das Planet Music, dem mittlerweile keine müde Träne nachgeweint wird, geht in die ewigen Jagdgründe ein. Einige Konzerte wird es noch geben, der Abriss des ehemaligen Rockhauses in der Adalbert-Stifterstraße in der Brigittenau ist so gut wie fix. Für welche Idee das Rockhaus in das Planet Music umbenannt wurde, war ohnehin nicht erkenntlich, angeblich um den musikalischen Horizont zu erweitern, dafür dürfte die Planetenkonste­llation mit „Muff“ Sopper als Chef allerdings etwas ungünstig ausgefallen sein. Bandwettbewerbe am laufenden Band konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass es um die Förderung junger Nachwuchsmusiker ohnedies nicht gut bestellt ist.

Die Abwicklung der Wettbewerbe an sich brachte unter anderem keine unerheblichen Mittel aus öffentlicher Förderung ein, weiters mussten die Bands für die sogenannte „Publikumswertung“ so viele Eintrittskarten verkaufen wie nur möglich, denn die Anzahl der Fans ist auch mitentscheidend für den Sieg beim Wettbewerb. Und das wars dann auch schon.

Ende Juni 2008 soll die Szene Wien vom Sopper Verein, der Vereinigten Österreichischen Musikförderer, übernommen werden da sich die Location mit ihrem Fassungsvermögen von ca. 450 bis 500 Zusehern geradezu aufdrängt. Das Programm, das auf die Szene damit zukommt, dürfte somit sattsam bekannt sein: Bandwettbewerbe ohne Ende und als Draufgabe die „Hinichen“, bekannt für ihre frauenfeindlichen Texte … anspeiben garantiert – auch ohne zuviel Biergenuss.

Nur wo Sopper draufsteht ist auch Sopper drinnen. So auch am Donauinselfest mit ein paar Bühnen und Gastrostandeln oder am 1. Mai, auch er wird vom Verein der Vereinigten Österreichischen Musikförderer mit Konzerten bespielt. Gute Kontakte zur SPÖ machen schon einiges her und so schaut die Kulturpolitik zumindest für Muff Sopper schon um einiges freundlicher aus.

Ein weiter Weg des ehemaligen Frontmannes der Austro-Band LAMU vom Gestalter guter Musik zum Verwalter einer „Hinichen“ Kulturpolitik.

Freundschaft Genossen!

Szene Bleibt Offener Brief an den Wiener Kulturstadtrat