
Von Didi Zach (23.1.2012)
Eine Neuauflage, die so neu gar nicht ist, erfährt das Gerede von „der Volksgemeinschaft“ im Geschwätz vom Wirtschaftsstandort, der zu sichern ist. Wirtschaftsvertreter und angebliche Wirtschaftswissenschaftler, Konservative, Liberale, angebliche Arbeitnehmervertreter & gar mancher Sozialdemokrat beschwört da schon gern mal den „Wirtschaftsstandort“, welcher nicht durch diese oder jene Maßnahmen gefährdet werden dürfe.
„Jetzt ist die Stunde gekommen, wo wir gemeinsam Schulter an Schulter kämpfen müssen, um Österreich wieder nach vorne zu bringen“, verlautbarte kürzlich Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung.
Es ginge, so Neumayer, um Reformen – wer dies mit Klassenkampf Parolen hintertreibe, so Neumayer wörtlich, „versündigt sich an Österreich“. Unseren Wohlstand „müssen wir alle gemeinsam verteidigen – auch Gewerkschaften und Arbeiterkammer“, denn nur so wären Arbeitsplätze in Österreich zu sichern.
Abgesehen davon, dass der Wohlstand in Österreich – wie auch in anderen Ländern – sehr, sehr ungleich verteilt ist (ich setze die Zahlen im wesentlichen als bekannt voraus), ignoriert Neumayer auch die Tatsache, dass Unternehmen – entsprechend kapitalistischer Logik – ohne mit der Wimper zu zucken die Produktion in andere Länder auslagern, wenn dies auch nur eine minimale Erhöhung des Profits ermöglicht.