Anlaufstellen für Frauen und Mädchen. Hilfestellung bei der Bewältigung von Problemen, die aus dem "Frausein" in unserer Gesellschaft erwachsen.Von Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen (22.11.2007)
Sehr geehrter Herr Bundskanzler Dr. Alfred Gusenbauer!
Vielen Dank für Ihre Beantwortung unseres Schreibens, in dem wir die Notwendigkeit der Erhöhung der finanziellen Mittel für Frauenorganisationen dargestellt haben.
Wir möchten nun mit diesem Schreiben unseren ersten Brief ergänzen.
Die Frauen- und Mädchenberatungsstellen sind aus der autonomen Frauenbewegung gewachsen. Das Leitmotiv der Gründerinnen war es, Anlaufstellen für Frauen und Mädchen zu schaffen, die Beratung und Unterstützung bei den spezifischen Problemen brauchen, die aus dem Frausein in unserer Gesellschaft entstehen. Ein besonderes Anliegen war in diesem Zusammenhang die leichte Zugänglichkeit dieser Stellen für finanziell schwächere Frauen und Mädchen.
Im Mittelpunkt der Überlegungen stand von Anfang an ein ganzheitliches, fachübergreifendes Konzept für Frauen- und Mädchenberatung bei beruflichen, psychischen, gesundheitlichen und rechtlichen Problemen.
Johanna Dohnal hat uns über viele Jahre beim Auf- und Ausbau dieser wichtigen Anlaufstellen für Frauen unterstützt. 1992 führte sie die ersten Frauenservicestellen ein, die in bestehenden Frauen- und Mädchenberatungsstellen integriert wurden, um deren psychosoziale Beratungsarbeit und frauenpolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu stärken.
Die nachfolgende SPÖ-Frauenministerin Helga Konrad versuchte ebenfalls, die Frauen- und Mädchenberatungsstellen finanziell besser abzusichern dafür wurde eine Vorlage für ein Frauenberatungsstellenfinanzierungsgesetz erarbeitet. Darüber hinaus war sie um eine Erhöhung ihres Budgets bemüht, um die notwendige Finanzierung von mindestens 1,5 Vollzeit-Anstellungen (1 Beraterin, ½ Verwaltungsanstellung) gewähr-leisten zu können.
SPÖ-Frauenministerin Barbara Prammer war an einem flächendeckenden Ausbau von Frauenservicestellen innerhalb bestehender Frauen- und Mädchenberatungsstellen in ganz Österreich interessiert und diskutierte mit uns darüber hinaus zu den Themen gesetzliche Grundlagen für Beratungsstellen sowie Basisfinanzierung für alle Frauen- und Mädcheneinrichtungen.
Auch die derzeitige SPÖ-Frauenministerin Doris Bures zeigt sehr viel Engagement in Bezug auf den flächendeckenden Ausbau von Frauenservicestellen und die Erhöhung der Fördermittel für Fraueneinrichtungen. Dies ist leider in Anbetracht ihres minimalen Budgets nur sehr bedingt möglich.
Selbstverständlich begrüßen wir den Ausbau von Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen, die ja sehr häufig von Mitarbeiterinnen von Frauenberatungsstellen aufgrund ihrer Erfahrungen und ihres Fachwissens gegründet worden sind.
Dieser Ausbau deckt jedoch nicht den ständig steigenden Bedarf von Frauen und Mädchen an psychosozialer Beratung und Begleitung insbesondere im Bereich der Existenzsicherung – mit dem wir als österreichische Frauen- und Mädchenberatungs-stellen täglich konfrontiert sind. Um unsere gesellschaftlich unabdingbaren Funktionen als niederschwellige Anlaufstellen für Frauen und Mädchen, als Multiplikatorinnen der Frauenpolitik sowie unsere Präventionsarbeit im Bereich der Gewalt gegen Frauen und Kinder weiter im bisherigen Ausmaß erfüllen zu können, sind wir in einem stärkeren Ausmaß auf die Unterstützung der sozialdemokratischen Politik angewiesen.
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Bezug nehmend auf unseren ersten Brief ersuchen wir Sie nochmals im Namen unserer 48 Mitglieds-einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet um Erhöhung des Budgets für Frauenorganisationen auf 100 Millionen Euro!
Zum Vergleich: der Verein Neustart erhält für Bewährungshilfe und Haftentlassenen-betreuung 33 Millionen Euro pro Jahr. Mindestens ebenso viel sollte der Frauenministerin für Opferschutzmaßnahmen zur Verfügung stehen sowie zusätzlich Mittel für Gleichstellungsinitiativen und frauenspezifische Bildungs-, Beratungs- und Kultur-projekte.
Mit hoffnungsvollen Grüßen, Rosemarie Ertl DSAin, für das Projektleitungsteam des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen
| Programm/e | ||
|---|---|---|
| Fr., 19.10.2012 | ||
| 17:00 - 20:30 | ||
| Hörsaal B, Hof 2 | Lecture Hall B, Court 2 | |
| Begrüßung Eröffnung mit Vorträgen von: Sonja Crivelli (Partei der Arbeit, Schweiz; EL - Bildungsarbeitsgruppe) Erich Ribolits (Bildungswissenschafter, Wien) Birge Krondorfer (Politische Philosophin, Wien) Anschließend Diskussion |
Inputs Sonja Crivelli (FR) Erich Ribolits (GER) |
Welcome, opening with presentations by: Sonja Crivelli (Labour Party of Switzerland; European Left - Working Group Education) Erich Ribolits (Education researcher, Vienna) Birge Krondorfer (Political philosopher, Vienna) Followed by discussion |
| Moderation: Julia Kraus | Sa., 20.10.2012 | |
| Hörsaal C1 und Foyer des Hörsaalzentrums, Hof 2 | Lecture Hall C1 and Foyer, Court 2 | |
| 10:00 - 13:00 | ||
| Workshops Runde Tische, Teil 1:
Aufgeteilt nach Bildungsebenen:
Sparpolitik und soziale Selektion, Migration, Bildungsbewegungen, Geschlecht, Demokratie |
Inputs/Moderation
|
Workshops Round Tables, Part 1:
Divided into educational levels:
austerity, migration, education movements, gender, democracy. |
| 13:00 - 14:00 | ||
| Mittagspause | Lunch Break | |
| 14:00 - 16:30 | ||
| Workshops - Runde Tische, Teil 2:
Aufgeteilt nach den thematischen Schwerpunkten:
|
Inputs/Moderation
|
Workshops Round tables Part 2:
The round tables are constituted along the following topics:
|
| 16:30 - 17:30 | ||
| Abschluss der Konferenz | End of the conference | |
| Einladung: Im Anschluss findet das Fest "40 Jahre KSV" im Albert Schweizer Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien statt | Following the conference a big party will take place to celebrate "40 Years of Communist Students Association Left Alliance close by at Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstrasse 13, 1090 Wien | |
| ZURÜCK ZUR HAUPTSEITE | BACK TO MAIN PAGE | |