KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

KPÖ trauert um Gen. Ferdinand Hackl

Ferdinand Hackl, zwischen Didi Zach, Landessprecher der KPÖ-Wien und Melina Klaus, Bundessprecherin der KPÖ beim Generationengespräch anläßlich der 90-Jahre-KPÖ Feier.

(11.5.2010)

Genosse Ferdinand (Ferdl) Hackl, der zu den letzten überlebenden Spanienkämpfern der KPÖ gehört, ist am 10. Mai 2010 gestorben.

Geboren 1918 trat Gen. Hackl bereits 1935 der KPÖ bei. Im Februar 1937 geht er – unterstützt von der Partei – nach Spanien, um dort die Republik vor den Franco-Faschisten zu verteidigen. Über die Schweiz gelangt er nach Paris und nach Spanien. In Spanien kämpft er an der Südfront. Doch der heldenhafte Kampf, der auch von 35.000 Interbri­gadisten unterstützt wird, endet in der Niederlage, da Frankreich und England Spanien im Stich lassen, während Hitler und Mussolini die spanischen Faschisten massiv militärisch unterstützen.

Genosse Hackl flüchtet, so wie viele Interbrigadisten, nach Frankreich. Dort wird er in verschiedenen Internierungslagern (u.a. St. Cyprien, Gurs, Les Milles, Argeles) eingesperrt.

Als er, so wie viele andere Spanienkämpfer, aufgrund der „Ratschläge“ der Parteiführung, beschließt, nach Österreich zurückzukehren, wird er sofort inhaftiert. Nach mehreren Monaten Gestapo-Haft wird er im Juni 1941 nach Dachau verbracht. Er überlebt die Torturen des KZ.

Nach dem Krieg arbeitet Ferdinand als Angestellter einer Spedition und als Versicherungsan­gestellter. Zudem ist Genosse Hackl ehrenamtlich in der KPÖ und im Dokumentation­sarchiv des Österreichischen Widerstands, wo er zu den aktivsten und engagiertesten Kräften gehörte, aktiv.

Ein besonderes Anliegen ist ihm sein Engagement in der Friedensbewegung gewesen. Ferdinand war jahrzehntelang im Vorstand des Friedensrates und über lange Jahre als Kassier tätig. Er wollte nie im Vordergrund stehen, für ihn war wesentlich, dass der Friedensrat bei allen wichtigen friedens/poli­tischen Ereignissen gut und überzeugend vertreten ist. „Sichtbar müssen wir sein“, hat er öfter kritisch angemerkt, wenn z.B. ein Infostand nicht gut ausgestattet war. Um die Anliegen der Friedensbewegung nach außen transportiert und argumentiert zu können, braucht es auch eine finanzielle Austattung. Um die hat sich Gen. Hackl unermüdlich bemüht; auf Sparsamkeit bedacht, aber in der Sache selbst dann großzügig. Die Zeitung „Stimmen zur Zeit“, viele Publikationen, Flugblätter und Argumentation­shilfen des Friedensrates sind seiner Umsicht, sowohl in inhaltlicher Hinsicht als auch im Finanziellen, zu verdanken.

Bei der Feier zum 90. Geburtstag der KPÖ, die im Herbst 2008 stattfand, erzählte er einmal mehr in beeindruckender Art und Weise über seine politischen Erfahrungen und über die Notwendigkeit des Widerstands gegen den Faschismus und die herrschenden Verhältnisse.

Die KPÖ verliert mit Ferdinand Hackl einen Genossen, der Zeit seines Lebens gegen Faschismus und Krieg und für eine humane und demokratische Gesellschaft tätig war. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie.

Stadtleitung der KPÖ-Wien, KPÖ-Bundesvorstand

Link-Tipp:

Kurzvideo: Ferdinand Hackl , Interbrigadist und KZ-Überlebender erzählt von seinem Überleben im Konzentrationslager Dachau.

Verabschiedung und Gedenkfeier:

  • Am Samstag, dem 22. Mai 2010, wird die Vereinigung österreichischer Freiwilliger in der Spanischen Republik 1936–1939 und der Freunde des demokratischen Spanien mit einer Kranzniederlegung beim Denkmal für die österreichischen Spanienkämpfer auf dem Wiener Zentralfriedhof Ferdinand Hackls gedenken (Treffpunkt: 15.00 Uhr, 2. Tor).
  • Am Donnerstag, dem 10. Juni 2010, 18.00 Uhr, veranstaltet das DÖW gemeinsam mit der Vereinigung der österreichischen Spanienkämpfer, der KPÖ, dem KZ-Verband und der KZ-Gemeinschaft Dachau eine Gedenkfeier für Ferdinand Hackl im Veranstaltungszen­trum des DÖW (Ausstellung Dokumentation­sarchiv, Altes Rathaus, Wipplingerstr. 6–8, 1010 Wien – Eingang im Hof).