KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Willi Gaisch ist tot

Von KPÖ-Bundesvorstand (11.12.2009)

Der Ehrenvorsitzende unserer Partei in der Steiermark, Willi Gaisch, ist tot, Er starb am Freitag nachmittag an den Folgen eines Schlaganfalles, den er am Donnerstag während eines Zeitzeugengesprächs im Hörsaal A der Uni Graz erlitten hatte.

Dort sollte er über seine Erfahrungen im antifaschistischen Widerstand 1938 bis 1945 berichten. Genosse Gaisch stand im Alter von 87 Jahren.

Er stammte aus einer Arbeiterfamilie und hat das Tischlerhandwerk gelernt. Bereits 1936 trat er dem Kommunistischen Jugendverband bei und im Jahr 1938 – im Jahr der Annexion Österreichs – der KPÖ. Zweimalige Verhaftung und Verfolgung durch die GESTAPO hielten Willi nicht ab, am antifaschistischen Widerstand teilzunehmen und für ein selbständiges, freies und demokratisches Österreich einzutreten.

Nach 1945 arbeitete er als Redakteur der Tageszeitung „Wahrheit“, als Bezirkssekretär in Graz, als steirischer Landessekretär und von 1979 bis 1991 als Landesobmann der KPÖ-Steiermark. Zwischen 1961 und 1991 war er Mitglied des Zentralkomitees. Dem Politbüro gehörte er in den Jahren 1987 bis 1990 an.

Zweimal war er in den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts Spitzenkandidat bei Landtagswahlen. Beim Durchlesen seiner mannigfaltigen Beiträge in diesen Jahren wird man zwei Konstanten finden, die auch heute von großer Bedeutung sind. Das eine ist die Hinwendung zur Arbeitswelt und der Versuch, konkrete Vorschläge zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zum Ausbau einer Industrie zu machen, die sich im öffentlichen Eigentum befinden sollte. Dafür stehen die Arbeitsplatzbes­chaffungsprogram­me der steirischen KPÖ. Das Zweite ist der Versuch, unsere grundlegenden Erkenntnisse über die Ursachen der gesellschaftlichen Entwicklung auf die wechselnden konkreten Bedingungen in Österreich anzuwenden.

Willi Gaisch war in seinem langen politischen Leben aber kein Mann der Theorie, sondern scheute sich vor keiner praktischen Arbeit: Sei es am Infostand oder bei der Herstellung von Orts- und Betriebszeitungen. Die Freundinnen und Freunde bei Kinderland haben ihn als Förderer der Organisation und als Ermöglicher des Feriendorfes in Erinnerung. Auch im Zentralverband der Pensionisten und im KZ-Verband war der Verstorbene aktiv.

Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Hilde, seinen Kindern und Enkelkindern und allen Verwandten.

KPÖ-Bundesvorstand

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