
Von Didi Zach (5.12.2013)
„Überbordende Bürokratie, starre Arbeitszeitmodelle und exorbitante Arbeitszusatzkosten“ wurden beklagt – Österreichs Betriebe stehen – so die Behauptung – „massiv unter Druck. Insbesondere gegenüber Deutschland und der Schweiz hat Österreich an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Arbeitsplätze und unser Wohlstand sind hoch gefährdet.“
Die Spitzen des IV ignorierten dabei, bewußt – davon kann ausgegangen werden – die letzten Untersuchungen der EU. Die EU-Kommission sieht jedenfalls in einem Bericht, der im September 2013 veröffentlicht wurde, „Österreich gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, Schweden und Luxemburg unter den fünf führenden Staaten“ bzgl. Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU. Lob der EU-Kommission „gab es vor allem für die Arbeitsproduktivität, die weiterhin über dem EU-Durchschnitt liegt.“
Gefordert wurde von der IV u.a. einmal mehr eine Pensionsreform und der Anstieg des faktischen Pensionsalters, Reformen im Bildungssystem sowie eine Senkung der Lohnnebenkosten, versteckt hinter dem Terminus „Senkung der Abgabenbelastung auf Arbeit und der Arbeitszusatzkosten“ – aber natürlich nur, eh kloa ;) – weil sich die IV um „Wohlstand und soziale Stabilität“ für die Menschen sorgt.
Übrigens: Die Sinnhaftigkeit preislicher Wettbewerbsindikatoren und die Überbetonung der Rolle von Lohnkosten wird von seriösen WirtschaftswissenschaftlerInnen mittlerweile sehr bezweifelt. „Empirisch ist zudem klar, dass eine Reduktion der Lohnstückkosten in keinem Zusammenhang mit einer Steigerung der Produktion bzw. der Exporte steht. Im Gegenteil, mit den Lohnstückkosten steigt oft die Wirtschaftsleistung“ – Hohe Löhne & hohe Wettbewerbsfähigkeit sind also alles andere als ein Widerspruch.