
Von Hermann Dworczak (20.4.2014)
Der Kürze halber möchte ich hier nur erwähnen: Hundert Jahre Einsamkeit; Die Liebe in Zeiten der Cholera; Der Herbst des Patriarchen; Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt; Chronik eines angekündigten Todes oder seinen – gegen den Strich gebürsteten – Bolivar-Roman.
Marquez öffnete mit seinem Werk, seinem „magischen Realismus“, den Blick auf die GESAMTE gesellschaftliche Realität (inklusive ihrer Phantasmen und Mythen) – das gerade Gegenteil des kleinkarierten „sozialistischen Realismus“.
Fast unnötig darauf zu verweisen, dass Marquez ein hochpolitischer Mensch war – etwa ein Verteidiger der kubanischen Revolution. Bezeichnenderweise wurde erst unter Clinton das Einreiseverbot für ihn in die USA aufgehoben.
Für die Linke, für literarisch Interessierte, für alle, denen ein – kämpferischer – Humanismus am Herzen liegt, bedeutet sein Tod einen schmerzlichen Verlust. Dass die rechte Staatsführung in Kolumbien nun versucht, ihn mit einer 3 tägigen Staatstrauer zu vereinnahmen, erfüllt mich mit Zorn.
Ich werde sein Ableben zum Anlass nehmen, in den Oster-Feiertagen einige seiner Bücher nochmals zu lesen.