
Von Josef Stingl (18.5.2008)
Das Unglück begann 2005. Fiona und ihr Traumprinz Karl-Heinz wollten sich ein gemeinsames Nest bauen und dafür in Kitzbühel ein kleines, nettes Bauernhäuschen anmieten. Ein geeignetes Objekt war rasch gefunden, die Miete mit 11.000 Euro im Monat bescheiden ausgefallen.
Das Hindernis, das böse Tiroler Grundverkehrsordnungsgesetz: Das Anwesen, das Fiona und Karl-Heinz im Visier hatten, war als landwirtschaftlicher Grund – als Freiland und Hofstelle – gewidmet. Das bedeutet, dass das Haus als Bauernhof genutzt werden muss.
Pech, auch Landesvater Herwig hatte sich geirrt, er hatte nicht gewusst, dass auf dem betreffenden Objekt ein Baubescheid mit einer Sonderwidmung liege.
Aber unter Freunden hilft man sich eben, Herwig machte aus dieser Angelegenheit „Chefsache“, die Tiroler Grundverkehrsordnung wurde umschifft, Fiona fimierte zur Bäuerin, Karl-Heinz zum Bauern, alles war eitler Wonne!
Dass es in gleicher Umgebung auch ArbeiterInnenfamilien gibt, die insbesondere bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit die Mieten nicht mehr aufbringen können und somit von der Obdachlosigkeit bedroht sind ist eine ganz andere Geschichte. Ebenfalls, in welchen finsteren Rumpelkammern oft Personal von 4– und 5-Stern-Hotels untergebracht ist, weil jeder helle Raum dem zahlungskräftigen Publikum angeboten wird.
Bald zerkrachten sich Fiona, Karl-Heinz mit ihrem Freund und Vermieter Friedrich. Er wollte Kitzbühels neue Landwirtsfamilie schnell wieder loswerden und kündigte ihnen den Mietvertrag mit der Begründung Eigenbedarf wieder auf. Gewisser Friedrich ist es auch, der alle landwirtschaftlichen Gebäude verwaltet die vom Hof abgetrennt wurden.
Nach dem Streit mussten Fiona und Karl-Heinz den Hof kurzfristig wieder verlassen. In Kitzbühel wurde im heiteren Bezirksgericht geschmunzelt. Die Streithansln einigen sich im Wonnemonat diesen Jahres außergerichtlich. Das Strahlepaar Karl-Heinz und Fiona Grasser kann jetzt noch länger in Unterhirzing wohnen und ihr Bauernsein geniessen.
Viele Fragen bleiben trotzdem offen, haben Karl-Heinz und Fiona jetzt ihren schriftlichen Mietvertrag oder existiert nur jener mündlicher mit Friedrich, der wiederum eigentlich nur der Sohn der Besitzerin ist.
Haben Fiona und Karl-Heinz ihre Seitenblicke-Gardrobe wirklich mit Stallgewand und Mistgabel getauscht oder muss sich der Kitzbüheler Stadtrat erneut mit dem widerrechtlichen Widmungszweck beschäftigen. Und ist Karl-Heinz jetzt Mitglied beim Bauernbund?
Und warum ist Fiona eigentlich in Unterhirzing gar nicht einmal gemeldet, sondern nur ihr Prinzgemahl Karl-Heinz und Prinzesschen Tara? Hat sie damit nicht das österreichsche Meldegesetz übertreten und wurde sie dafür bestraft?