
Von Wolf-Goetz Jurjans (5.7.2008)
Rechthaben ist keine politische Kategorie. Wäre sie eine, würden ja schon
eine Reihe von, mit fast allen Wassern gewaschenen KommunistInnen in den
Parlamenten für Mietenstopp, Nulltarif beim öffentlichen Verkehr (jetzt sogar
von E-Controll bestätigt), für gleichen Frauenlohn, gegen Angriffe auf
Belegschaftsvertreter („SOS Zivilcourage“ www.vida.at), und, und, und … den neoliberalen
Herrschaftsparteien die Hölle heiß machen.
Damit Rechthaben auch weiterhin für Systemkritiker keine politische Kategorie
bleibt, sorgen sich u. a. die Kronenmeinungsmacher, die Hart aber Herzlich
Schottermitzi im Innenministerium und auch die Justitz.
Die hat das Recht, Recht zu sprechen und hat dies nun auch so getan, wie ich es
vor 7 Monaten vermutete.
Da im Gegensatz zu den Massen das Internet nichts vergisst, ist der heutige
Fokus nur ein UPDATE, der nur einer kleinen Ergänzung bedarf.
Herr Flöttl, der dessen Vater noch ein hochgeachteter Sozialdemokrat und
Arbeiterbankdirektor war, bevor er seinen Sohn studieren ließ, hat 2,5 Jahre
Schmalz bekommen und das teilbedingt (10 Monate).
Es hat das Gericht offensichtlich die nette Geste von Flöttl-Frau Eisenhower,
5 Millionen Bußgeld bezahlen zu wollen und seine konstruktiven Bemühungen,
sich an Elsner abzuputzen, gewürdigt.
Günter Burts, der 40 jährige Anstreicher, von dessen Verurteilung mein erster
BAWAG-Gangster Artikel berichtete, hatte so eine Frau nicht!
Hätte er sie und die 5 Millionen gehabt, hätte er sich auch nicht umbringen
wollen und nachdem er dazu zu unentschlossen war, auch nicht den BAWAG
MitarbeiterInnen in der Mariahilfer Straße davon erzählen wollen, was
letztlich ihm 6 Jahre eingebracht hat.
Seis drum, wie das Leben halt so spielt. Der Rahmen dieses Spiels sind
allerdings noch immer die alten Kategorien und gesellschaftlichen Klassen, an
deren Erhalt die Herrschenden so großes Interesse haben. Nicht nur die
Aktionäre der Ölkonzerne, sondern bis hinunter zu dem vorletzten
Nachuntentreter. Wer hat schon etwas gegen Sklaven, solang man Halter sein
kann.
Recht haben macht Freude, größere Freude wird uns der Kampf um die Rechte des
unteren Drittels machen, zu dem ab 1. August nicht nur Genossinnen und Genossen
sondern alle mutigen, selbstbewussten, fortschrittlichen Menschen dieses Landes
eingeladen sind.
Man kann von Obama denken, was man will, aber in einem hat er recht. Change, der
Wechsel ist das, was die Menschen wollen. Wie das Change auf österreichisch
heißen muss, um wirksam zu werden, ob das Wechseln nur ein Zurückzahlen mit
untauglichen Münzen oder eine wirklich bewegende Veränderung sein wird, liegt
nicht an wenigen. Wenn VIELE für ALLE was tun kanns gelingen.