
Von Christiane Maringer (23.3.2008)
Wir haben keinen Fernsehanschluß zu Hause, daher leisten wir uns manchmal einen guten Film auf DVD oder Video. Neulich waren wir – meine Tochter Anna und ich – also wieder einmal einkaufen. Der erste Gang im Geschäft gleich ein Irrgang: Wir landeten zwischen den Horror- und Gewaltfilmen. Das Bild des Bohrers, der in das Unterkiefer des Mannes dringt, sprang mir in die Augen und sitzt seither dort wieder fest.
Der Film hat es inzwischen sogar auf eine Fortsetzung gebracht. Jetzt bedrohen Sägeblätter die Wange des Mannes. Ich weiss nicht, wozu Zeit, Geld und Ressourcen verschwendet werden, um so etwas zu produzieren. Und wer die Menschen sind, die die Kinosäle füllen!
Aber ich empfinde es als Zumutung, das Kinoprogamm meiner Tageszeitung aufzuschlagen und diese Ankündigungsbilder ausblenden zu müssen. Oder die Werbeplakate für derartige Filme in meiner Stadt plakatiert zu sehen. Kranke Bilder, die sich unvermittelt und deutlich vor aller Augen, ob wir sie sehen wollen, oder nicht, auftun.
Ich fordere ein Werbeverbot für diese Filmproduktionen (bei Zigaretten war das ja auch möglich). Zumindest aber den schwarzen Balken – der Anblick eines nackten Geschlechtteils würde die Psyche meiner Tochter nämlich weniger belasten als der Bohrer im Unterkiefer. Und der rauchend in den Sonnenuntergang reitende Cowboy war eine ästhetische Wohltat dagegen.