KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Warum hört man nichts von der KPÖ?

KPÖ im ORF? Auch zu Wahlzeiten nur in Ausnahmefällen

Von Didi Zach (12.9.2008)

Mit solchen Fragen werd ich – vor allem auch in Wahlzeiten – immer wieder konfrontiert. Eigentlich müßte die Antwort auf die Frage lauten „Fragen Sie doch den ORF. Fragen Sie die Redakteure des Kurier, des Standard, der Presse und all der anderen unabhängigen Tageszeitungen und die ORF-Redakteure, die so oft und gerne behaupten, dass Ihre Arbeit unverzichtbarer Bestandteil einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft ist. Fragen Sie all die Herrschaften, ob die KPÖ nix tut oder ob es andere – und wenn ja, welche – Gründe dafür gibt, warum die KPÖ so wenig in den Medien vorkommt.“

Um es vorweg zu nehmen – wer regelmäßig www.kpoe.at und die anderen Websites der KPÖ besucht, der/die kann feststellen, dass die KPÖ – im Gegensatz zu manch anderen zur Wahl antretenden Gruppierungen – sich auch abseits von Wahlen nicht im „Winterschlaf“ befindet, dass eine Vielzahl von qualifizierten Statements zu aktuellen und zu brisanten Fragen auf den KPÖ-Sites zu finden sind.

Womit ich bei einem meiner Lieblingsthemen bin – der ORF, der (theoretisch) laut ORF-Gesetz zu objektiver und unabhängiger Information verpflichtet ist. Dass die Realität anders ist, braucht nicht lang erläutert werden. Früher war im Volksmund vom „Rotfunk“ die Rede, dann hat „Schwarzblauorange“ den ORF umgefärbt und all die Jahrzehnte über waren oppositionelle Stimmen im ORF natürlich immer nur am Rande und sehr, sehr leise zu vernehmen.

Seit einigen Jahren hat der ORF für sein Verhalten aber eine – so meinen offenbar die dortigen Verantwortlichen – sehr, sehr gute Argumention – und zwar: wer im Parlament vertreten ist, der bekommt Sendezeit. Und wer nicht im Parlament vertreten ist, der kommt gar nicht vor. In Wahlzeiten werden manchmal kleine Ausnahmen gemacht. Da gibt´s dann „Marathon-Berichterstattung“ über die Parlamentsparteien und jene, die noch nicht im Hohen Haus sind müssen sich halt mit dem kläglichen Rest, der einem bei NR-Wahlen gnädiger Weise zugestanden wird, begnügen. Warum dann aber eigentlich „freie und geheime“ Wahlen stattfinden, wenn der ORF durch seine Informationspolitik vorselektiert in jene, die (unabhängig von Prognosen der Meinungsforschung) en masse Sendezeit erhalten, weil Sie in der letzten Legislaturperiode im Parlament waren und jene, über die sich der Wähler, die Wählerin „kein Bild“ bzw. nur ein „sehr eingeschränktes Bild“ machen darf, bleibt eigentlich unnachvollziehbar. Aber vielleicht basteln irgendwelche Experten ohnehin schon an der Durchsetzung der „ORF-okratie!“

Bleibt noch die Sache mit dem „NEWS-Wert“, der für Medien angeblich so interessant ist. Wenn HC wegen einer Darmverstimmung kurzfristig ins Krankenhaus muss, wenn der nicht mehr junge Jörgl von einem Insekt gestochen wird, so hat dies für die demokratische Presse – wie wir in den letzten Wochen feststellen konnten – einen hohen NEWS-Wert. Wenn hingegen die KPÖ „wohnungspolitische Alternativen“ präsentiert ist der NEWS-Wert gleich null – laut den Medien-Machern.

Und schöne Graphiken über Ergebnisse der Meinungsforschung machen sich auch immer urtoll und der NEWS-Wert ist bei Meinungsumfragen, selbst wenn die Ergebnisse Woche für Woche sehr ähnlich sind, ja auch nicht zu verachten – oder? Wenn dann aber Meinungsumfragen vorliegen, die nicht in den Kram passen, dann ist offenbar auch der „NEWS-Wert-Faktor“ nicht mehr relevant. Nicht anders ist nämlich erklärbar, warum die sensationellen Ergebnisse des renommierten Meinungsforschun­gsinstituts GfK-Austria, die der KPÖ mehr als 3 % WählerInnen-Zuspruch vorhersagen keinen Eingang in die Spalten der heimischen Qualitätszeitungen und des ORF finden konnten. Herr Wrabetz, Herr Unterberger, Herr Schwarz, Herr Bronner – klären Sie mich doch bitte auf?

Ps.: Und möge mir jetzt kein Laie oder Experte was über Schwankungsbreiten, Aussageverweigerer, Stichprobengrößen und andere wichtige Aspekte der Meinungsforschung kundtun – all dies ist uns KommunistInnen wohl bekannt. Doch all diese Probleme stellen sich auch bei den vielgepriesenen und groß beworbenen Meinungsumfragen all der Zeitungen und all der Parteien, die zur Zeit heftigst promotet werden.

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