
Von Lutz Holzinger (8.12.2009)
Holt sie sich beim Versuch, die Gesamtschule einzuführen, eine blutige Nase, stößt sie die LehrerInnen mit dem Vorschlag vor den Kopf, eine unbezahlte Arbeitszeitverlängerung in Kauf zu nehmen. Neuerdings hat sie ihr Streitross neuerlich gesattelt, um für eine Änderung des Dienstrechts und der Bezügestruktur der PädagogInnen ins Feld zu ziehen.
Von den meisten anderen Mitgliedern den Kabinetts Feymann/Pröll unterscheidet die Unterrichtsministerin sich dadurch, dass sie offenbar ein Ziel vor Augen hat und sich nicht davon abbringen lässt, es anzustreben. Allerdings zerschlägt sie dabei mehr Porzellan, als dem dringend notwendigen Unterfangen der Modernisierung des antiquierten Bildungssystems mit der Schülersegregation im 10. Lebensjahr gut tut. Die Ursache dafür besteht im Mangel einer klaren Vision und eines schlüssigen Plans.
Statt etwa mit der Neuen Mittelschule nach Mittelschule, Hautschule und Sonderschule eine vierte Sekundarstufe einzuführen, ist in Österreich die Durchsetzung von einheitlicher Gesamtschule in Kombination mit einer Ganztagsbetreuung der SchülerInnen überfällig. Von diesem Ziel wären sämtliche Maßnahmen abzuleiten und in der richtigen Reihenfolge zu treffen: Durchsetzungsszenario für dieses moderne Schulsystem samt Begleitmaßnahmen wie einheitliche LehrerInnen-Ausbildung, entsprechendes Dienst- und Besoldungsrecht usw..
Klare Konzepte sind die Voraussetzung dafür, dass Frau Schmied keinen Kampf gegen Windmühlen führt, sondern die in Schulfragen hoffungslos reaktionäre Haltung der ÖVP entblättert.