Der Vorarlberger Wahlpoker hat manch „neues Blatt“ an die Oberfläche geweht. Zum Beispiel, die „Neu“-Positionierung der FPÖ, die bis dato in Vorarlberg als liberal galt, und sich im aktuellen Wahlkampf nach Bundes-Strache-Manier mit Antisemitismus, Verhetzung und Diskriminierung in Szene setzte. Oder den Sinneswandel des Chefs der Vorarlberger Volkspartei, LH Dr. Herbert Sausgruber, der sich persönlich <a href = „http://vorarlberg.orf.at/stories/384885/“>gegen eine weitere Koalition mit der FPÖ positionierte, und den der Grünen, die jetzt auch in Vorarlberg einen oberösterreichisch-steirischen ÖVP-Schmeichelkurs eingeschlagen haben.
Auch bei den „Kleinen“ gibt's Neues: <a href = „http://gsiberger.eu/pages/bull-die-gsiberger/vau-heute.php“> VAU-Heute, <a href = „http://gsiberger.eu/pages/bull-die-gsiberger/nbz.php“>NBZ, <a href = „http://gsiberger.eu/pages/bull-die-gsiberger/selfempowerment.php“>Selfempowerment, <a href = „http://gsiberger.eu/pages/bull-die-gsiberger/kpoe.php“>KPÖ Vorarlberg und <a href = „http://gsiberger.eu/pages/bull-die-gsiberger/die-buntkarierten.php“>Die Buntkarierten wagen unter der Listenbezeichnung „Die Gsiberger“ das Experiment eines progressiv, sozialen, aber nicht eindeutig politisch-ideologisch festgemachten Zweckbündnisses. Der bisherige Wahlkampfverlauf zeigt, dass ein solches Experiment durchaus erfolgreich sein kann. Den GSIs ist's gelungen, eine deutlich über der Wahrnehmungsgrenze befindliche Aufmerksamkeit erreichen: Mit einem Wahlstart-Festl mit EU-Abgeordneten Hans-Peter Martin, mit deutlichem <a href = „http://gsiberger.eu/pages/posts/fuer-fpoe-antsemitismus-eine-goldene-bruecke74.php“>Zeichen gegen Rechts, mit ungewöhnlichen Aktionismus, wie der <a href = „http://www.vol.at/news/vorarlberg/artikel/gsiberger-putzen-vor-dem-landhaus-und-praesentieren-nicht-wahlplakat/cn/news-20090911–01510789“>Kehr-Aktion vorm Bregenzer Landhaus oder der <a href =„http://www.kurier.at/nachrichten/1939128.php“>Strafanzeige gegen Sozialmissbrauch . Die <a href = „http://derstandard.at/fs/1252036934490/Wahl-Kampagne-Plakat-oder-nicht-Plakat---Das-ist-die-Frage“>„Plakat oder nicht Plakat-Kampagne“, die auf die wahnsinnige Plakatflut auf Steuerkosten aufmerksam machen soll, reit sich ebenfalls ein in den ungewöhnlich kreativen und äußert engagierten Wahlkampf des Gsiberger Wahlbündnisses.
Und das alles gelang trotz geringen Wahlbudgets und massiven öffentlichen Gegenwind: Zuerst zeigten die <a href = „http://mit-uns-gerecht.at/?inhalt=_Gsiberger&id=20–5–0“>Grünen, was ihr Demokratieverständnis ist, dann auch noch die Medien. Nach anfänglichen Interesse nahm die Gsiberger-Berichterstattung der bürgerlichen Medien immer mehr ab, je näher der Wahltermin kam. Bei den Podiumsdiskussionen des ORF und den Vorarlberger Nachrichten wurden immer die Spitzenkandidaten der vier Landtagsparteien und des BZÖ eingeladen, welches übrigens nach den Meinungsumfragen hinter den GSIs liegt.
Sicher ist, am Sonntagabend wissen wir, ob im Westen die Sonne aufgeht, oder Vorarlberg weiter tief schwarz darniederliegen wird. Wir werden dann auch wissen, wie viele Stimmen das Wahlexperiment Gsiberger bekommen hat, und ob es im neuen Landtag vertreten sein wird. Die Antwort darauf, ob Sausgrubers FPÖ-Ausgrenzung ernst gemeint war und ob sie für jeden ÖVP-Landeshauptmann Gültigkeit hat, auf diese Antwort werden wir länger warten müssen.