
Von Leo Furtlehner (6.4.2009)
Durch die Krise sind auch die Manager (Frauen sind da nur selten gemeint) ins Schussfeld geraten. Blankes Unverständnis herrscht dafür, dass hochdotierte Manager das von ihnen geleitete Unternehmen bei Umsatz und Gewinn in ungeahnte Höhen pushen um entsprechend Prämien oder Boni abzucashen. Wenn dann der Karren zusammenbricht beteuern sie mitleidheischend ihre Unschuld und kassieren bei vorzeitiger Vertragsauflösung millionenschwere Abfertigung ohne jede Verantwortung.
Die Verteidiger dieses Systems gestehen höchstens ein, dass die Umsetzung falsch gelaufen ist, am Prinzip halten sie eisern fest, wie etwa Josef Urschitz in der Presse, dass solche Bonifikationen höchst intelligent und sinnvoll seien. Wie pervers dieses System geworden ist zeigt die Tatsache, dass vor zwanzig Jahren die CEOs (Konzernchefs) das 42-fache, vor Beginn der Krise aber bereits das 475-fache von einfachen ArbeiterInnen verdient haben.
Manager fallen immer auf die Butterseite: Normale Beschäftigte eines Unternehmens kriegen ihr Geld für die geleistete Arbeit, mit dem Risiko ihren Job zu verlieren. Selbständige wiederum haben zwar große Möglichkeiten Profit zu machen, freilich mit hohem Risiko nicht nur ihren Einsatz sondern auch ihr Privatvermögen zu verlieren. Das Top-Management hat sich im Laufe der Jahre jedoch sowohl die Profitmöglichkeit (durch Millionenprämien oder Boni) als auch soziale Absicherung (in Form hoher Bezüge sowie Abfertigungen etc.) gesichert. Kein Wunder, dass Spitzenmanager ihren Ehrgeiz darin sehen, ihr Unternehmen so zu entwickeln, dass es vor allem ihnen selbst zugute kommt.
Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus: Nicht nur die Manager haben von dieser Entwicklung profitiert, sondern natürlich auch die AktionärInnen. voestalpine-Boss Eder meint treuherzig Wir werden alles daransetzen, das Ergebnisniveau des Rekordjahres 2007/08 im nächsten Jahr halten zu können, jedenfalls aber einen ordentlich Gewinn schreiben für seinesgleichen sind der Profit und die Dividende das einzige Kriterium.
Nüchtern betrachtet ist also ein gutes Bonussystem gar nicht möglich. Und wenn es heißt, ohne ein solches würden die besten Kräfte ins Ausland abwandern, kann man getrost sagen: Dann lasst sie doch ziehen. Von ManagerInnen die ohne Millionen-Boni nicht motiviert sind, haben die Beschäftigten ohnehin nichts Positives zu erwarten. Wenn in den USA die Regierung androht Millionenprämien zu 90 Prozent wegzusteuern, wenn in Frankreich aufgebrachte ArbeiterInnen ihre Manager in Geiselhaft nehmen oder in Schottland sich manche Manager nicht mehr aus dem Haus trauen, dann ist das nur allzuverständlich. Wir können nämlich auf beide verzichten auf solche Manager ebenso wie auf unersättliche Dividendengeier.