Als der Obmann der Kärntner Ulrichsberg-Gemeinschaft Nazi-Devotionalien im Netz zum Verkauf anbot, sagte der österreichische Verteidigungsminister die Beteilung des Bundesheeres beim diesjährigen Ulrichsberg-Treffen ab. Das war dann auch der Punkt, an dem der rechtsextreme Event am Ulrichsberg scheiterte und abgesagt werden mussten Immerhin hatte das Bundesheer das logistische Rückgrat abgegeben, vom Transport bis zur Ambulanz und festlicher Dekoration. Die Absage hätte früher auch schon passieren dürfen, an Anlässen war kein Mangel. Dass diesmal auch der politische Wille da war, hat zweifellos mit der Beharrlichkeit antifaschistischer Jugendgruppen zu tun, die seit Jahren parallel zum rechtsextremen Treffen für ein fotogenes, auch international beachtetes und inhaltlich anspruchsvolles Kontrastprogramm sorgen (Hinweis: in der Oktober-Nummer der Volksstimme interviewt Christina Lobnig AktivistInnen der „Autonomen Antifa Kärnten/Koroka“).
Ein Blick auf die Ankündigung der offiziellen 10.-Oktober-Feier des Landes Kärnten lässt befürchten, dass die Absage nicht nachhaltig war: Die Festansprache hält Landeshauptmann Dörfler. Es wirken mit: Exekutive, Kärntner Abwehrkämpferbund, Österreichischer Kameradschaftsbund, Ulrichsberggemeinschaft, Fahnenabordnungen des KAB und des ÖKB, Fahnenschwinger, Männerchor Klagenfurt-Annabichl und das Bundesheer mit Ehrenformation und Abordnungen. Alles wie gehabt.