
Von Manfred Bauer (14.4.2011)
Die Banken und Versicherungen, denen auch hierzulande die privaten Pensionskassen gehören, versuchen einmal mehr, die hinkünftige Unfinanzierbarkeit der staatlichen Pension zu beschwören. Daher fordern sie eine deutliche Ausweitung (© Fachverband der Pensionskassen) der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Sie ignorieren dabei sämtliche empirischen Befunde über die massiven Defekte ihres so genannten kapitalgedeckten Systems, die hierzulande seit Jahren zu drastischen Einbußen für private PensionsbezieherInnen geführt haben: Keine ihrer vollmundigen und hochglanzpolierten Renditeankündigen hat sich bewahrheitet, der einzige Profit, der erzielt wurde, war der eigene.
Ein Blick auf die Performance der privaten Renten- und Pensionsfonds der USA schadet in diesem Fall nicht: Weil auch dort das Geld der RentnerInnen und PensionistInnen einerseits in extrem risikoreiche Aktien und andererseits in Staatspapieren, die wiederum wegen der Bankenrettung ähnlich wie in der EU wenig Zinsen abwerfen, investiert wird, wurden und werden die US-PensionistInnen um einen Gutteil ihres lebenslang eingezahlten Kapitals betrogen. Nämlich in einem Ausmaß betrogen, dass Viele, die das Rentenalter erreicht haben, wegen der geringen Auszahlungshöhe nicht in die Rente gehen können.
Nur das Bank- und Fondskapital profitiert doppelt: Zum einen durch die geringeren Pensionszahlungen bei weitgehend intakten Dividenden für die Aktionäre(die Ausschüttung an die Aktionäre wird versicherungsmathematisch nämlich anders berechnet), zum anderen durch eine Politik des billigen Geldes für die Banken.