
Von Samuel Edelstein (14.11.2011)
Heute, 15. November 2011, wird der Nationalrat wieder mal ein „Anti-Terror-Paket“ beschließen. Während weite Teile der Bevölkerung durch die seit zehn Jahren anhaltende Terror-Gehirnwäsche so abgestumpft sind, dass ihnen dieser Beschluss genauso Powidl ist, wie die vorangegangenen Verschärfungen, können es andere hingegen kaum erwarten. Mit einem leicht modifizierten Trojaner gelang es MiklLeaks, einige interessante Mails abzufangen.
Eine Satire.
"Sehr geehrte Frau Minister,
mit Freuden sehe ich, dass sie endlich verstanden haben, dass man diesem Antifa-Gesindel mit aller Härte zu Leibe rücken muss. Wie oft haben wir in unserem heldenhaften Kampf für eine saubere Ostmark schmerzlich ihre Unterstützung vermisst! Das neue Gesetz lässt uns hoffen, dass Sie es mit der dauerhaften vorsorglichen Gefahrenabwehr diesmal endlich ernst meinen und diesen linkslinken Schreihälsen jegliche Störung unserer volkstreuen Aktivitäten unmöglich machen. Da drücke ich ausnahmsweise auch ein Auge zu, weil ihre Wappler vom BVT uns immer noch nicht mit neuen Identitäten ausgestattet habt, wie der BND unsere Kameraden in Zwickau. Wir mussten umständlich nach Kärnten fahren und russischen Akzent vortäuschen um welche kaufen zu können.
Mit völkischen Grüssen aus der Festungshaft,
Gottfried K.
P.S.: Mikl? Ist das eigentlich ein deutscher Name?"
"Sehr geehrte Frau weisungsbefugte Vorgesetzte,
im Namen meiner Golfpartner und der Mitglieder unseres Lions-Clubs möchte ich mich recht herzlich für die anstehende Gesetzesänderung bedanken. Sie wissen ja gar nicht, wie störend es ist, wenn man als viel beschäftigter Richter jedes Mal einzeln darüber entscheiden muss, ob man Überwachungsmaßnahmen genehmigen soll oder nicht. Endlich haben sie auf mich gehört und lassen die Kieberer einfach tun was sie wollen. Davon profitiert auch der Handel! Und die Konjunktur! Letztens wäre nämlich fast unser alljährliches Hummerschwanz-Buffet geplatzt, weil ich mir wieder einmal an einem Samstagnachmittag irgendwelche Akten durchlesen musste, anstatt auf den Naschmarkt einkaufen gehen zu können.
Mit vorzüglicher Hochachtung,
Richter Hofrat Dr. B."
"Sehr geehrte Frau Minister,
nach dem eher durchwachsenen Ergebnis unserer letzten Zusammenarbeit freut es uns außerordentlich, dass ihr Haus nunmehr die richtigen Schlüsse gezogen hat. Endlich können wir diesen miesen Tierschützern trotz Freispruch wieder das Leben schwermachen. Wenn Sie uns ihre Konfektionsgröße und eine (sichere) Adresse mitteilen, erhalten Sie umgehend den versprochenen Polarfuchs für den Opernball geschickt.
mit freundlichen Grüssen,
Geschäftsführung Kleiderbauer"
"Sehr geehrter Herr Minister (Bei uns gibt´s keine Innen!)
wir möchten im Auftrag unserer Gelehrten urgieren, dass sie ja nicht vergessen, den Paragrafen über die Comics und Karikaturen ein bisserl nachzuschärfen. Nicht nur das Zeichnen von Polizisten muss strafbar werden, sondern alle Zeichnungen! Besonders die religionsbezogenen!
Hochachtungsvoll,
die Botschaft des Königreiches Saudi-Arabien"
"Liebe Johanna,
das hast Du gut gemacht. Bist halt doch eine echte Niederösterreicherin! Du, die Jagdfreunde von Raiffeisen haben mich gefragt, ob das Paket eh keine Auswirkungen auf Ihre Geschäfte haben wird. Ich hab natürlich ja gesagt. Aber schau sicherheitshalber noch einmal nach, ob da eh nix drinnen steht, was der Wirtschaft wehtut.
Braves Mäderl!
Weiter so!
Dein Erwin"
"Geschätzte Frau Minister,
im Zuge unserer alljährlichen Ballvorbereitungen ist uns aufgefallen, dass sie es verabsäumt haben, den Heldenplatz verfassungsmäßig jeden Jänner zu einer temporär militarisierten Sperrzone zu erklären.
Wir haben schon extra Stehtische und Heizschwammerl gekauft, damit unsere Gäste bequem vom geschichtsträchtigen Balkon aus bewundern können, wie man diesen Kummerln und Linken zeigt, von wo der Wind weht. Da hätten all die Waffen, über die unser Heer verfügt auch endlich mal einen Sinn! Denken Sie an die Tourismusumsätze, wenn Kameraden aus den anderen Gauen in Europa hierher strömen, um sowas sehen zu dürfen!
Da aber auch Sie nicht immer so können, wie Sie wollen, geben wir uns noch ein weiteres Jahr mit dem üblichen polizeilichen Platzverbot zufrieden.
Die Hand zum Gruße,
NRPr. Dr. Martin G."