
Von Manfred Bauer (12.6.2011)
Die Rating-Agentur Standard & Poor's fordert eine rasche Anhebung des Pensionsantrittsalters.
Sollte der Forderung der sattsam berüchtigten Agentur nicht entsprochen werden, drohe der Verlust der internationalen Bonitätsstufe Triple A. So sieht dies zumindest der Vorsitzende des Staatsschuldenausschusses, IHS-Chef Bernhard Felderer. Sein immer wieder kehrender Pensions-Alarmismus basiert neuerdings auf der jüngsten Prüfung von Österreichs öffentlichen Finanzen durch die Rating-Agentur Standard & Poor's. Diese sehe zwar Österreichs Triple A derzeit nicht in Gefahr, fordere aber eine nachhaltige Regelung in Form einer Erhöhung des Pensions-Antrittsalters in den nächsten fünf bis zehn Jahren um zwei bis drei Jahre.
Zur Demoskopie-Keule, mit der Felderer seit Jahren seine wilden Rundumschläge gegen das bestehende Pensionsatritts-Alter austeilt, gesellt sich nun auch die Bonitätskeule. Armutsfeste Mindestpensionen hingegen oder eine Berechnung der Pensionen nach Arbeits- und nicht nach Lebensjahren und vor allem eine nachhaltige Finanzierung der Pensionen etwa durch eine Wertschöpfungsabgabe, all dies kommt dem Professor wohl nicht in den Sinn. Aber vielleicht bedarf es dazu nur eines gezielten Keulenhiebs?