KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Big brother wird immer schlauer.

… selbst am stillen Ort sind wir nicht alleine …

Von Claudia Krieglsteiner (12.7.2012)

Zugegeben, Fussball ist nicht so meins. Fussball zuschauen noch weniger. Soweit so Geschlechterklis­chee konform. Und trotzdem hat mich eine EM-Meldung in einer Tageszeitung irgendwann in den letzten Tagen aufgescheucht:

„Während des Elferschießens traute sich dann fast niemand mehr aufs WC: Der Wasserverbrauch sank von 14.700 auf nur 2.400 Liter pro Minute. Danach ging’s rauf auf stolze 23.400 Liter.“

Aha, der WC-Gang der WienerInnen wird also nicht nur registriert, sondern auch mit anderen Daten – zum Beispiel dem Fernsehprogramm – in Beziehung gesetzt.

Dazu kommt, dass daran gebastelt wird, die Energieverbrau­chszähler zu elektronischen fernabfragefähigen Geräten für jeden Haushalt umzubauen. Die Kosten dafür werden wohl auf die eine oder andere Weise letztlich die VerbraucherInnen tragen. Die Strom- und Gasableser (eine Kollegin habe ich da nie wahrgenommen?) werden endgültig zu den ausgestorbenen Berufsgruppen zählen und punktgenaue Bezugssperren – aus welchen Gründen immer sie vorgenommen werden – kein Montagepersonal mehr benötigen.

Es wird aber auch möglich sein, über konkrete Wohnungen Vermutungen anzustellen von wie vielen Personen sie tatsächlich bewohnt werden oder wann die BewohnerInnen für längere Zeit höchstwahrsche­inlich nicht zu Hause waren.

Ich kann mich noch an die Proteste und Diskussionen erinnern die sich gegen Rasterfahndungen als demokratiegefährden­de Veranstaltungen richteten. Heute werden die Sensoren von Big Brother täglich weiter ausgebaut, seine Sinne geschärft und das führt höchstens noch zu einer Presseaussendung eines Datenschutzex­perten.

Dabei ist das erst noch die eine Seite dieser neuen, vernetzten technischen Möglichkeiten. Natürlich kann man Überlegungen nicht nur zur Kontrolle, sondern auch zur Steuerung des Verhaltens von vielen Menschen anstellen. Bei den aktuellen Machtverhältnissen wohl weniger, um ökologisch sinnvollere, demokratischere, humanere Verhaltensweisen zu begünstigen, sondern um irgendeine Ware oder Dienstleistung profitabler zu machen.

„Big Brother“ ist nämlich kein freundlicher Diktator!

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