KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Pfeif auf Olympia 2028!

Von Jennifer Zach (11.1.2013)

Eigentlich sind mir Sportgroßereignisse ziemlich egal. Es ist mir nicht nur egal welche Nationen(!) gewinnen oder verlieren, sondern auch wo sie stattfinden – eigentlich.

Nun wird uns in Wien im März aber die Frage gestellt, ob sich Wien für die Olympischen Spiele 2028 bewerben soll oder nicht. Zwischen zehn und zwölf Milliarden Euro geschätzt – man stelle sich vor, was man damit alles machen könnte – müssen zum Ausbau oder zur Neuerrichtung für Sportstätten und Veranstaltungsorte locker gemacht werden. Spätestens jetzt ist es mir nicht mehr egal.

Dank dem Sparpaket, dass letztes Jahr im Februar beschlossen wurde, muss jeder von uns – sei es als PensionistIn, StudentIn, LehrerIn, Angestellte, Kranke etc. in den sauren Apfel beißen und auch in Wien werden Gebühren und Abgaben ständig erhöht. Das Sparpaket hat natürlich auch Auswirkungen auf die Bildung, Wissenschaft, Kultur und viele andere Bereiche unseres Lebens. Überall hör ich nur noch einsparen hier und einsparen dort. 26,5 Milliarden Euro sollen insgesamt „gespart“ werden. Wofür? Ach ja richtig, die Olympischen Spiele – oder? Da tatsächlich alle Olympiastädte wie Montreal, Sydney, Barcelona und ATHEN noch heute ihre Schulden abzahlen, kann ich mir nicht vorstellen, dass das mit den Olympischen Spielen so eine gute Idee ist.

Sicher, man könnte die Olympischen Spiele, als Umverteilungsmaßnah­me ansehen. Es stellt sich mir die Frage von wem wohin umverteilt wird. Wer würde denn am meisten von den Olympischen Spielen profitieren? Wie schon so oft, hat es sich auch in London bestätigt, es war (Trommelwirbel) die Bauindustrie und dank der Olympiawerbung McDonalds, Coca-Cola und Co – also die Großsponsoren. Planungsbüros oder ArchitektInnen, die mitgebaut haben, dürfen ihre olympischen Erfolge natürlich nicht für die Werbung in eigener Sache nutzen. Also weder die Mittelklasse, noch Kleinunterneh­merInnen oder prinzipiell die Wiener SteuerzahlerInnen – geschweige denn Menschen, die sowieso kaum etwas haben – werden von den olympischen Spielen profitieren, dafür wird von den Weltfirmen gesorgt. Übrigens waren auch die Hotels nicht notwendigerweise ausgebucht.

Also Fazit – die zwei einzigen Gründe die mir eingefallen sind, warum ich für die Olympischen Spiele sein könnte wären:

  1. ich bin in der Baubranche und verdiene mordsmäßig viel Kohle oder
  2. ich bin SportchauvinistIn.

Da beides nicht zutrifft werde ich gegen die Olympischen Spiele 2028 stimmen.

PS: Nur weil die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele mit österreichischem Steuergeld bezahlt werden, heißt das nicht, dass ÖsterreicherInnen gratis Eintritt bekommen!

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