Protestkundgebung gegen den Börsegang der Post Anfang 2006 in LinzVon KPÖ-Pressedienst (13.12.2007)
Als den völlig falschen Weg bezeichnet KPÖ-Wirtschaftssprecher Michael Graber die Vernichtung weiterer 1.700 Arbeitsplätze bei der teilprivatisierten Post AG: Richtig wäre die fristlose Entlassung des Managements, das seine hochbezahlte Aufgabe einzig und allein darin sieht, den Post-AktionärInnen Maximaldividenden zu sichern und eine Neudefinition der Funktion der Post als wesentlichen Teil einer öffentlichen Grundversorgung, so Graber.
Neben der Vernichtung von 360 von derzeit 2.000 Arbeitsplätze im Paketsektor und der Schließung von sieben der 21 Paket-Zustellbasen als Reaktion auf den Verlust des Paketgeschäfts mit Quelle und Otto steigt auch der Druck auf das verbleibende Personal, etwa durch Paket-Zustellung auch an Samstagen und einem zusätzlichen Zustellversuch. Damit betreibt die Post ein gezieltes Dumping auf das Niveau der privaten Konkurrenz, was durch die mit Zustimmung der österreichischen Regierung verfügte EU-Liberalisierung der Postdienstleistungen jedoch zwangsläufig vorprogrammiert wurde. Als Folge dieser Liberalisierung wurden bereits von 2000 bis 2006 rund 6.000 Post-Arbeitsplätze vernichtet und rund tausend Postfilialen zugesperrt.
Heute diktiert die Brutalität des freien Marktes die Bedingungen für die Belegschaft. Im Zuge der Liberalisierung wurde der Druck auf die PostlerInnen bereits in den letzten Jahren enorm verschärft, mit dem Kauf der Feibra ein Kuckucksei zum Lohn- und Sozialdruck im eigenen Konzern geschaffen. Während der Vorstand die Kriegskasse für Auslandsgeschäfte in Osteuropa füllt, wird in Österreich weiter systematisch abgebaut.
Um Personal los zu werden ist der Post AG nichts zu teuer: Post-Bediensteten wird bis zum vierfachen der gesetzlichen Abfertigung und ein Frühbucherbonus geboten, wenn sie das Unternehmen freiwillig verlassen. Mit solchen Methoden sollen bis 2010 weitere 1.700 Arbeitsplätze abgebaut werden. Auf der Kehrseite wird der Vorstand um ein fünftes Mitglied aufgestockt und der Paketsektor soll 2008 trotz Verlust der Aufträge von Quelle und Otto ausgeglichen bilanzieren.
Dass dies nur mit massivem Druck auf das Personal möglich ist, liegt auf der Hand. Freuen dürfen sich die AktionärInnen, für sie wurde bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass 2007 der Gewinn um 30 und die Dividende um 40 Prozent steigt: Hohe Gewinne und Dividenden für die AktionärInnen resultieren letztlich immer aus Personalabbau und wachsendem Leistungsdruck, so Graber.
Die heutige Misere der Post begann allerdings schon mit der Ausgliederung aus dem Budget im Jahre 1996 unter SPÖ-Regie und führte über die Zerteilung der ehemals einheitlichen Post und damit den Verlust hochprofitabler Unternehmen wie der Telekom und der PSK in gerade Linie zu dem von der schwarzblauen Regierung betriebenen und von der SPÖ unterstützten Börsegang und damit der Teilprivatisierung im Jahre 2006, erinnert Graber. Die KPÖ hat sich entschieden gegen den Börsegang der Post ausgesprochen, mit welchem das Staatsunternehmen bereits zu 49 Prozent teilprivatisiert wurde.