
(10.3.2009)
Österreichische Frauenwirklichkeit in Zahlen und Fakten.
Geringfügige Beschäftigung: Die Zahl der geringfügig beschäftigten Männer stieg von 2000 bis 2008 von 54.000 auf 98.000, jene der Frauen hingegen von 139.000 auf 193.000 und ist somit doppelt so hoch wie jene der Männer.
Einkommen: Der Bezirk Steyr mit einer enormen Konzentration der Fahrzeugindustrie ist bundesweit Spitzenreiter bei Männerverdiensten mit durchschnittlich 3.225 Euro brutto, der Bezirk Freistadt österreichweit Schlusslicht bei den Fraueneinkommen von 1.245 Euro.
Schwerarbeit: Ausschließlich für Männer ausgerichtet ist die (nur wenig in Anspruch genommene) Schwerarbeitspension, obwohl Frauen in Krankenhäusern, Pflege, Handel oder Gastronomie genauso Schwerarbeit leisten.
Abtreibung: In einem Großteil Österreichs wird die per Gesetz seit 1975 mögliche Fristenlösung boykottiert. Abtreibungen werden nur in wenigen Spitälern in Wien (6), Niederösterreich (5) und der Steiermark (3), seit 2005 auch in Salzburg durchgeführt, in Oberösterreich nur im städtischen Linzer AKH.
Teilzeit: Bundesweit arbeiten 41,6 Prozent aller Frauen, aber nur 6,0 Prozent der Männer in Teilzeit. Laut AK-Arbeitsklimaindex sehen 56 Prozent der Frauen ihre Teilzeitarbeit nur als Übergangs- oder Notlösung, 59 Prozent geben an, dass ihr Einkommen gerade noch oder nicht zur Deckung des Lebensunterhaltes ausreicht.
Kinderbetreuung: Mit nur zwölf Prozent liegt Österreich weit unter dem EU-Ziel von 33 Prozent bei der Betreuungsquote von unter dreijährigen Kindern. Es fehlen rund 46.000 Kinderbetreuungsplätze, weitere 40.000 sind mangelhaft in Hinblick auf die Öffnungszeiten.
Pensionen: Frauen kriegen durchschnittlich nur 692 Euro Pension, um 40 Prozent weniger als Männer (1.158 Euro).
Universitäten: 57 Prozent der Studierenden und 56 Prozent der Uni-AbsolventInnen sind Frauen, aber nur 35 Prozent der AssistentInnen, 29 Prozent der VizerektorInnen, 15 Prozent der RektorInnen und gar nur fünf Prozent der RektorInnen.
Management: Nur eine von 23 Geschäftsführungsposten in den zehn Unternehmen mit ÖIAG-Beteiligung ist mit einer Frau besetzt, nur zwei von 80 Aufsichtsratsposten. Trotz massiv beworbener Gender-Politik regieren in den Führungsetagen weiterhin Männer: In vier von fünf Unternehmen sitzen ausschließlich Männer im Aufsichtsrat, nur elf Prozent der Führungspositionen werden von Frauen besetzt.
Gewalt gegen Frauen: 2005 wurden 5.618 Wegweisungen verhängt, 3.256 Frauen mussten mit ihren Kindern Schutz in Frauenhäusern suchen.
AlleinerzieherInnen: 248.000 alleinerziehenden Müttern stehen nur 45.000 alleinerziehende Väter gegenüber.
Beschäftigung: Mit 62 Prozent berufstätigen Frauen in der Altersgruppe zwischen 15 und 64 Jahren liegt Österreich an fünfter Stelle im EU-Vergleich, Spitzenreiter sind Dänemark und Schweden mit je 74 Prozent. Umgerechnet auf Vollzeitarbeitsverhältnisse beträgt die Beschäftigungsquote von Frauen in Österreich allerdings nur 49 Prozent und ist bedingt durch die wachsende Prekarisierung seit Jahren konstant.
Armut: Zwei Drittel der Armen sind Frauen, 571.000 Frauen bzw. 14 Prozent leben unter der Armutsgrenze, davon sind 250.000 Frauen als working poor von akuter Armut betroffen. Alleinerziehende sind zu 31 Prozent armutsgefährdet, 70 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen haben ein Nettoeinkommen unter der Armutsgrenze.
Rollenbild: Von 250 möglichen Lehrberufen wählt etwa die Hälfte aller weiblichen Lehrlinge Bürokauffrau, Einzelhandelskauffrau oder Friseurin. Auch bei den Studienanfängerinnen entscheiden sich rund 40 Prozent der Frauen für Geisteswissenschaften, für ein technisches Studium hingegen nur fünf Prozent.
Pflege: 68 Prozent der 331.929 PflegegeldbezieherInnen (Stand 2007) sind Frauen
Veröffentlicht in volksstimmen, März 2009