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Von Dagmar Schindler (19.8.2013)
Was Herr Wassicek hier fordert entbehrt jeglicher Logik. Er beruft sich darauf, dass die Amtssprache im Burgenland Deutsch sei, und irrt hier schon das erste Mal. Das Burgenland bekennt sich zu seiner Vielfalt und Mehrsprachigkeit, die kroatischen und ungarischen Burgenländer sowie die burgenländischen Sinti und Roma haben ein Anrecht auf Verwendung ihrer Sprachen im öffentlichen Schriftverkehr. Wassicek rudert zwar mitten im Artikel gleich zurück (auch nicht ungewöhnlich für diese Gruppierung) und beruft sich auf den Schutz der Volksgruppen. Trotzdem bleibt der schale rassistische Geschmack dieser Forderung aufrecht.
Wie mittlerweile jedem bekannt ist, ist Mehrsprachigkeit eine wertvolle Errungenschaft für alle Menschen. Gerade Kinder haben die große Chance schnell und ohne großen Aufwand neben ihrer Erstsprache eine Zweit- und Drittsprache zu lernen.
Der Austausch der Kinder in den Schulpausen wird auf Grund dieses Rülpsers des RJFs zum Glück nicht eingeschränkt. Es hat auch noch keinem Kind geschadet ein paar Wörter in einer anderen Sprache zu beherrschen, im Gegenteil sie finden es sehr cool mal ordentlich zu schimpfen, ohne von den Erwachsenen verstanden zu werden.
Der burgenländische Landesschulratspräsident Dr. Resch meint dazu im Standard „Ich finde das so erschütternd, dass ich gar nicht darüber diskutieren möchte, ob man so etwas irgendwie umsetzen oder auch sanktionieren kann“, als Sanktion fordern die Buberln des RJFs ein Minus in Deutsch für jeden und jede die in der Pause in ihrer Muttersprache spricht.
Die KPÖ Burgenland fordert in diesem Zusammenhang ein deutliches Bekenntnis zur Vielfalt. Alle Kinder sind wertvoll, egal welche Sprache sie zuerst gelernt haben. Eine Ausgrenzung von Kindern mit nicht deutscher Erstsprache hebelt sämtliche Errungenschaften der letzten Jahrzehnte aus. Die guten Chancen dieser Kinder werden durch die Forderung von Wassicek eingeschränkt.
Herrn Wassicek sei übermittelt, dass aufgewärmt nur ein Gulasch gut schmeckt, er möge bitte neue Ideen einbringen, sofern er solche überhaupt liefern kann. Wahlkampf auf dem Rücken von Schulkindern passt zwar genau zur FPÖ, sollte aber jedem Menschen das wahre Gesicht hinter den breiten Lächeln auf den Wahlplakaten aufzeigen.Es wird sicher einen guten Grund haben warum das junge Mädchen auf den FPÖ Plakaten blond bezopft und blauäugig ist. Dieser Rassenwahn passt in die Mitte des letzten Jahrhunderts und sollte auch dort bleiben.
Von liebe deinen Nächsten kann man hier nichts entdecken, im Gegenteil, hier wird eindeutig zur Diskriminierung von Kindern aufgerufen.
Link zum Standardartikel http://derstandard.at/…ausensprache