
(8.8.2008)
Die Stolpersteine sind eine Idee des Kölner Künstlers Gunter Demnig:
Es
sind Messingplatten mit den Namen und Daten ermordeter NS-GegnerInnen. Diese
kleinen Denkmäler werden im Gehsteig verlegt, und zwar vor Häusern, die
in
Beziehung zu den Ermordeten stehen (etwa als letzter Wohnort). Beim Lesen
der Platten verbeugt man sich gleichsam vor den NS-Opfern.
In Deutschland gibt es schon viele Städte und Regionen mit
Stolpersteinen.
In Österreich sind es bisher Mödling, Braunau und Salzburg. Auf Vorschlag
der Welser Antifa wird die Stadt Wels am Nachmittag des 14. August an vier
Orten insgesamt sechs Stolpersteine verlegen. Bürgermeister Peter Koits
hat das Projekt von Anfang an befürwortet und unterstützt,
Stadtarchivleiter
Günter Kalliauer hat entscheidende Beiträge geleistet.
Die Verlegung beginnt um 14.00 Uhr in der Knorrstraße 3 (nahe dem
Leopold-Spitzer-Pensionistenheim). Dort wird der jüdischen Welserinnen
Klara, Ernestine und Elfriede Grünberg gedacht. Der zweite
Stolperstein-Ort ist die Goethestraße 21, wo an den kommunistischen
Widerstandskämpfer Karl Ammer erinnert wird. Dann geht es in die
Stefan-Fadinger-Straße 7 zum Elternhaus des katholischen NS-Gegners Pater
Paulus (August) Wörndl. Die letzte Verlegung erfolgt in der Rablstraße
3 zu
Ehren des sozialdemokratischen Widerstandskämpfers Ignaz Rößler, der wie
Karl Ammer Mitglied der Welser Gruppe war.
Gunter Demnig wird bei der Verlegung der Stolpersteine anwesend sein,
ebenso wie Schülerinnen und Schüler, die die Biographien der gewürdigten
NS-GegnerInnen präsentieren. Abschließend lädt die Stadt Wels zu einem
kleinen Buffet ins Rathaus (Stadtplatz 3) ein.