
(3.3.2010)
Datum: Montag, 15. März 2010
Zeit: 19:00 – 21:00
Ort: Hauptbücherei
Straße: Urban-Loritz-Platz 2a, 1070
Stadt/Ort: Wien, Austria
Mit Michaela MOSER und Martin SCHENK diskutieren
Alois GUGER
(Verteilungsstudie Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO)
Ulrich BRAND
(Univ.Prof., Institut für Politikwissenschaften Wien)
Barbara HERZOG-PUNZENBERGER
(Bildungs- und Migrationsforscherin, Akademie der Wissenschaften)
Moderation:
Cornelia Krebs (ORF)
Die SozialexpertInnen Michaela Moser und Martin Schenk machen in ihrem faktenreichen Plädoyer Es reicht! Für alle! deutlich, dass genug für alle da ist, dass Armut tatsächlich vermeidbar und die Frage der gerechteren Verteilung des Wohlstands eine der drängendsten politischen Fragen ist.
Noch mehr soziale Ungleichheit heißt noch mehr Krankheiten und noch geringere Lebenserwartung für Ärmere, mehr Teenager-Schwangerschaften, mehr Status-Stress, mehr Gewalt und mehr soziale Ghettos. Eine sozial polarisierte Gesellschaft bringt Nachteile nicht nur für die Ärmsten, sondern auch für die Mitte.
Armut ist multidimensional und ihre Entstehung multifaktoriell. Deshalb sind auch die Instrumente zu ihrer Bekämpfung entsprechend umfassend anzulegen. Für die Reduzierung der Armut braucht es eine ganzheitliche Strategie, einen integrierten Ansatz, die Fähigkeit in Zusammenhängen zu denken. Erst im Zusammenwirken entfalten Maßnahmen ihre Wirkung.
Es geht darum, die Schwächen des Sozialstaats zu korrigieren und seine Stärken zu optimieren. Es geht darum, Antworten auf die großen sozialen Herausforderungen und neuen sozialen Risiken, wie etwa prekäre Beschäftigung, Pflege, psychische Erkrankungen oder Migration zu finden. Es geht um einen Freiheitsbegriff, der auch die Freiheit der Benachteiligten einschließt. Es geht um ein Verständnis von Autonomie, das Bedürftigkeit nicht als Gegensatz formuliert. Es geht um eine Politik des Sozialen, die Bürgerinnen und Bürger sieht, nicht Untertanen.