
(4.5.2011)
Buch: Elisabeth Mixa/Ingo Lauggas/Friedhelm Kröll (Hg.):
Einmischungen. Die Studierendenbewegung mit Antonio Gramsci lesen.
Die Protestbewegung, die im Herbst 2009 von Wien ihren Ausgang nahm und europaweit für Unruhe an den Hochschulen sorgte, ist bis heute an kein Ende gelangt. Dennoch oder gerade deshalb ist es sinnvoll, das bisher Geschehene auch theoretisch zu reflektieren. Dieser Band versucht dies im Lichte der zentralen Denkpositionen Gramscis und versammelt Texte sowohl von ausgewiesenen ExpertInnen als auch von aktivistischen Studierenden und Lehrenden. Gesellschaftstheorie wird so mit studentischer Selbstreflexion in Bezug gesetzt, um einen Beitrag zu aktuellen bildungspolitischen Diskussionszusammenhängen zu leisten. Weiters versteht sich das Buch als theoretische Intervention in die Proteste, aus denen es selbst hervorgegangen ist.
Am Podium:
Elisabeth Mixa (Hg.in)
Walter Baier: Gramsci und die Krise(n) des Kapitalismus
Julia Hofmann: Wir machen uns die Welt, wide-wide-wie sie uns gefällt! Elemente emanzipatorischer Politik in der unibrennt-Bewegung
Friedhelm Kröll: Integration von oben. Der lange Schatten Paretos
Die anwesenden Autor_innen präsentieren ihre Kernthesen, anschließende Diskussion
Mag. Dr. Walter Baier, studierte Volkswirtschaft und Soziologie an der Universität Wien und der Wirtschaftsuniversität Wien. Er war zwischen 1994 und 2006 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Österreichs sowie zwischen 1995 und 2006 Herausgeber der Wochenzeitung Volksstimme. Seit 2007 ist er Koordinator des Netzwerks transform! europe, der Bildungs- und Forschungseinrichtung der Partei der Europäischen Linken.
Julia Hofmann war von Anfang an aktiv an der unibrennt-Bewegung beteiligt. Sie war lange Zeit Studienvertreterin am Institut für Soziologie in Wien. Derzeit schreibt sie gerade an ihrer Diplomarbeit über Widerstandspotentiale gegen die Auswirkung der Finanzkrise und arbeitet im gesellschaftspolitischen Referat der ÖH Bundesvertretung.
Prof. Dr. Friedhelm Kröll, M.A., Jg 1945. Studium der Kunstgeschichte, Soziologie, Politologie und Kommunikationswissenschaften an den Universitäten, Freiburg, Wien und Erlangen-Nürnberg. Lehrt am Institut für Soziologie der Universität Wien das Fach Soziologie mit Schwerpunkt Soziologische Theorien sowie Alltags-, Kultur- und Religionssoziologie.
Elisabeth Mixa, Soziologin, freie Wissenschafterin und Lektorin an der Universität Wien. Forschungsfelder: Kultursoziologie, Geschlechterverhältnisse, Theorien. Aktuelle Themen: Körper/Emotionen, Wellness, Gegenwartsgesellschaftsdiagnosen. Leiterin des Projektes und der Lehrveranstaltung „Antonio Gramsci und die Bildungsbewegung“ am Institut für Soziologie, Sommersemester 2010.
Eine Veranstaltung von KSV LiLi und transform!at