KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Überlegungen zur geplanten Online-Überwachung durch die Regierung



Vor wenigen Tagen wurde von der Bundesregierung, ganz sang und klanglos der Einsatz eines sog. Bundestrojaners beschlossen!

Quelle: http://www.computerwelt.at/detailArticle.asp?a=112679&n=6

Der Bundestrojaner soll, ähnlich wie beim Lauschangriff, bei verdächtigen Personen auf den privaten PC eingeschleust werden und soll dort nach verdächtigen Dateien suchen, sowie den Internetverkehr der betreffenden Person durchsuchen.

Eigesetzt werden darf der Bundestrojaner, laut Innenminister Günther Platter, nur wenn ein dringender Tatverdacht besteht der eine Freiheitsstrafe von mindestens 10 Jahren vorsieht. Und zusätzlich muss ein Gerichtsbeschluss vorliegen um den privat PC der Tatverdächtigen Person zu INFIZIEREN!

Das mag ja alles gut und schön aussehen in der Theorie, doch die Realität sieht hier ganz anders aus:

1) Damit der Bundestrojaner überhaupt seine Arbeit verrichten kann muß er auf den privaten PC eingeschleust werden.
Um das zu bewerkstelligen müßte der Betroffene a) auf eine infizierte Website gehen, b) infizierte Software auf den Rechner laden, oder installieren, oder c) einen infizierten Dateianhang einer E-Mail öffnen-

Probleme zu Punkt1: Ist eine Regierung überhaupt glaubhaft die infizierte Websites ins Netz stellt? Denn Überwachung oder nicht Überwachung, der Einsatz von Trojanern und Viren ist nach dem IT-Gesetz und des Internetrechts VERBOTEN!

Und wer geht schon auf eine infizierte Webpage, besonders wenn er annehmen kann das die Regierung über diese Seiten ihren Bundestrojaner verteilt? Damit würde das eGovernment der Bundesregierung in Verbindung mit der eCard unglaubwürdig und vermutlich auch wenig genutzt werden...

Selbiges würde dann auch für jegliche E-Mails der Bundesregierung gelten, denn niemand würde sie freiwillig öffnen (mal abgesehen davon, wie kommen die zu meiner Mail Adresse?).

Nächstes Problem: Jede noch so billige Firewall und auch jeder Virenscanner der auf dem neuesten Stand ist, kann nicht nur den Trojaner aufspüren und vernichten, nein sondern auch dessen Datenverkehr blocken, somit wäre der Trojaner nutzlos (was er auch ist, denn "Terroristen" haben ihre Rechner besser geschützt, als so mancher IT-Profi).

2) Damit also der Einsatz eines solchen Trojaners überhaupt Sinn macht, müssen die Security Firmen ihre Firewalls und Virenscanner weitgehend so programmieren das der Bundestrojaner nicht erkannt und nicht geblockt wird.

Probleme zu Punkt 2: Eine Firma wie z.B. Norton, Avira, Microsoft, Kaspersky, etc. kann es sich nicht leisten für Schädliche Programme ausnahmen zu machen, nicht einmal für die Regierungen der Welt. Denn, jeder der nur ein wenig Ahnung von Viren und programmieren hat, könnte sich den Programmcode des Bundestrojaners zunutze machen und somit unerkannt schädliche Programme auf jedermanns Rechner einschleusen ohne das Virenscanner und Co Alarm schlagen würden!

Somit würden sie die Verantwortung gegenüber der User brechen und auch das Vertrauen in solche Firmen wäre damit weg...

Tatsache ist also das die "heimliche" Onlinedurchsuchung NICHT so durchgeführt werden das ein System nicht davor geschützt werden könnte, es ist also vollkommen sinnlos!

Fazit: Der Bundestrojaner ist im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus vollkommen unbrauchbar und wird es auch immer sein, solange sich Sicherheitsunternehmen ihrer Verantwortung bewußt sind.

Es ist also eindeutig nur ein weiterer Mosaikstein auf der Strasse Richtung totaler Überwachungsstaat, denn es beginnt hier harmlos mit gezielten Durchsuchungen, kann aber schnell abrutschen zur willkürlichen oder sogar Flächendeckenden Überwachung sämtlicher Daten auf den heimischen Rechnern.

Ich appelliere an alle Genossinnen und Genossen diese E-Mail weiterzuverbreiten und Aufklärung gegen den Bundestrojaner zu leisten, denn es ist ein weiterer Schritt zu einer faschistischen Überwachung, wir die Staatsbürger der Republik Österreich MÜSSEN uns gegen diese Sache wehren!

Jürgen Kadlec

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