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Mag. Walter Baier,
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Wieder wurde ein glorioses Kapitel in der Geschichte der österreichischen Privatisierungen geschrieben: "In vier Sekunden 1.3 Millionen Aktien verkauft". Weil Rekorde sich immer gut auf den Frontseiten der Tagespresse machen, widmete der "Kurier" dem "Turbo-Deal", bei dem vergangene Woche immerhin 33 Millionen Euro über den elektronischen Ladentisch rasten, einen Blattaufmacher.
Dieses Tempo würde auch den österreichischen Laufwundern, Steffi Graf und Karin Mayer, den Atem rauben. Doch wie in der Leichtathletik gilt auch auf den Aktienmärkten: eine perfekte "performance" ist vor allem Resultat solider und diskreter Vorarbeit.
So hört man auch zu Recht die Frage, ob denn bei diesem Geschäft alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Die Börsenaufsicht soll klären, ob der von der Verstaatlichten-Holding ÖIAG veräußerte Neun-Prozentanteil der VA-Tech nicht - wider gesetzliche Vorschrift - in einer einzigen Hand gelandet sei. Dann nämlich hätte der Kurzauftritt auf der Wiener Börse vor allem der Täuschung des Publikums und der Behörde gedient.
Man könnte Vorgänge wie diesen - und auch die unlängst durch den Aufsichtsrat der VOEST sanktionierten eigentümlichen Geschäfte ihres Generaldirektors - in die Rubrik "der ganz normale kapitalistische Wahnsinn" einordnen. Wenn, ja wenn dabei nicht Tausende Arbeitsplätze, Jahrzehnte lang angesammelte technologische Kompetenz und gewachsene industrielle Strukturen jener sinistren Geschäftemacherei zum Opfer fielen, die unter dem Titel der Privatisierung gedeiht.
Zudem mutiert die zum schwarzblauen Regierungsdogma erhobene Totalprivatisierung, gegen die weder "Rot" noch Grün vom Grundsatz her einen Einspruch erheben, mit seinen Insider-Tradings, Geheimabsprachen und den dubiosen Börsengängen immer mehr zum Ganovenstück. Rümpfe niemand mehr die Nase über die Berlusconisierung Italiens.
Und wundere sich auch niemand, wenn der Mafia-Kapitalismus demnächst auch hierzulande die abstrusesten politischen Blüten austreibt
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