KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Betrifft: Geburtshaus Nussdorf


Wien, 22. Oktober 2002

Sehr geehrter Herr Magister Baier,

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wahlen stehen vor der Tür und die werbenden Parteien legen ihre Haltung zu den wichtigen Themen dar. Kleinere Themen, die oft Relevanz für die großen haben, haben da oft schwer Platz. Frauen und Paare, die ihre Kinder im Geburtshaus Nussdorf bekamen und zu bekommen planen, fragen gerade jetzt nach, wie denn die verschiedenen österreichischen Parteien zum Geburtshaus Nussdorf stehen, insbesondere was eine Honorierung von Geburten im Geburtshaus Nussdorf durch die österreichischen Sozialversicherungen in der Zukunft betrifft. Diese Fragen möchte ich an Sie weitergeben.

Zu Ihrer Information einige Eckdaten zu unserem Haus. 1986 eröffnet sind ca. 4000 Babys in dieser Zeit unter unserer Betreuung zur Welt gekommen. 1997 sind wir für unsere Arbeit mit dem Gesundheitspreis der Stadt Wien ausgezeichnet worden. 1999 folgte die WHO/Unicef Plakette "Baby Friendly Hospital". Beide Male wurde besonders auf unsere Verdienste um Gesundheitsförderung und Sesundheitserziehung hingewiesen.

Vor fast 17 Jahren waren wir das erste Geburtshaus Europas und gleichzeitig Vorbild für alle späteren gegründeten. In Deutschland bzw. der Schweiz gibt es in der Zwischenzeit unzählige weitere. In Österreich sind wir die einzigen geblieben. Der Unterschied: dort werden Geburten von den gesetzlichen Krankenkassen Teil bezahlt, in Österreich nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Michael Adam, Ärztlicher Leiter

P.S.: Wenn Sie mehr über uns wissen wollen, so möchte ich Sie auf unsere

Internetseiten unter www.geburtshaus.at verweisen.

Nun zu den Fragen:

> 1. Wie ist die Haltung Ihrer Partei zum Geburtshaus Nussdorf?


Ambrosch: Ich kenne persönlich einige Frauen, die trotz der Kosten ihr Kind in Nussdorf zur Welt gebracht haben. Alle waren mit ihrer Entscheidung höchst zufrieden, was für mich ausreichend ist, den Erhalt des Geburtshauses zu unterstützen.

> 2. Unterstützt Ihre Partei den Wunsch des Geburtshauses Nussdorf nach einem

> Vertrag mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger

> oder eine Finanzierung in Form eines Projektes mit wissenschaftlicher

> Begleitevaluation?


Ambrosch: Ja, unbedingt.

> 3. Wie sieht Ihre Partei ganz generell private Initiativen im Bereich der

> Gesundheitsversorgung?


Prinzipiell sind wir für den Ausbau des öffentlichen Gesundheitswesens, für die Verbesserung der Leistungen und die Ausweitung des Angebots. Wir wissen aber um die vielfachen Lücken im bestehenden Gesundheitswesen. Gerade im Bereich der Alternativ- und Ganzheitsmedizin sind derzeit private Angebote die einzige Möglichkeit, sie in Anspruch zu nehmen. Private Initiativen sollten so Motor sein für Verbesserungen im öffentlichen Gesundheitswesen, um allen den gleichen Zugang zur qualitativ besten Prävention und Heilung zu ermöglichen.

> NB: selbstverständlich darf eine Geburt in Nussdorf nicht mehr kosten, als

> sie insgesamt in einem öffentlichen Krankenhaus derselben Region kostet.


Entscheidend ist ein transparenter gleichberechtigter Zugang für alle, die im Geburtshaus Nussdorf ihr Kind entbinden wollen.

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