Aktion der KPÖ-Frauen: Die Schere muß geschlossen werden!Von Claudia Krieglsteiner (13.4.2010)
Das ist länger als in vielen anderen Ländern auch außerhalb der EU! und in Österreich ging die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern in den vergangenen Jahren noch weiter auf.
Als Ursachen werden oft Gründe angeführt, wie die folgenden: Frauen haben im Vergleich zu Männern diskontinuierlichere Erwerbsverläufe, sind häufiger geringfügig oder in Teilzeit beschäftigt und unter ihrer Qualifikation eingesetzt. Junge Frauen treffen ihre Wahl nach wie vor überwiegend aus einer schmalen Palette schlecht bezahlter Berufsgruppen. Frauen sind durch die Hauptverantwortung für Pflege- und Familienarbeit nicht ausreichend auf die Erwerbsarbeit(-skarriere) konzentriert. Dennoch können zumindest 5 % des Einkommensunterschiedes in keiner Weise durch die Faktoren Arbeitszeit, Alter, Berufsgruppe, Bildung, Dauer der Unternehmenszugehörigkeit erklärt werden, gehen also in jeder Hinsicht auf Diskriminierung nach dem Geschlecht zurück.
Dazu kommt, dass aber auch die zuvor genannten Gründe ja nicht Ursache, sondern bereits Wirkung von patriarchal ungerechter Geschlechterungleichheit sind, was oft übersehen oder verschwiegen wird.
Auch verschwindet bei der Analyse der Entlohnungsunterschiede in der Erwerbsarbeit nur allzu leicht die ungleiche Verteilung der unbezahlten Arbeit aus dem Blickfeld. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich daran aber fast nichts verändert: es wird ein minimaler Rückgang des Frauenanteils von 69 Prozent auf 66 Prozent festgestellt.
Diese Grundvoraussetzungen der Erwerbsarbeit werden zunehmend auch zu Auslösern ihrer Krise. Denn in dem Maße, wie der neoliberale Kapitalismus voranschreitet, werden typisch männliche Berufszweige überflüssig, erreicht die Prekarisierung auch die Familienernährer, die diese Rolle schon geraume Zeit kaum noch erfüllen. Die sozialen Verwerfungen die aus diesen Veränderungen resultieren, sollten in ihrer Tiefe nicht unterschätzt werden.
Equal Pay! ist also eine Sofort-Forderung, die einen offensichtlichen und inzwischen von allen eingestandenen Skandal der Erwerbsarbeitswelt beseitigen soll.
Um eine grundlegende Neubewertung und Neuverteilung von gesellschaftlich notwendiger und sinnvoller Arbeit und den selbstverständlichen Zugang aller, zu den Voraussetzungen eines menschwürdigen Lebens wird damit aber nicht herumzukommen sein!