KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

13. April 2010: Equal Pay Day!

Aktion der KPÖ-Frauen: Die Schere muß geschlossen werden!

Von Claudia Krieglsteiner (13.4.2010)

Der Equal Pay Day ist der Tag im Jahr, an dem Frauen gleichviel Geld verdient haben, wie die Männer in gleicher Position bei gleicher Ausbildung und gleicher Funktion bereits am 31. Dezember des Vorjahres. Da Frauen in Österreich knapp 27 Prozent weniger verdienen als Männer, müssen sie 70 Tage länger, also bis zum 13. April arbeiten, um den Verdienst der Männer im vorangegangenen Kalenderjahr zu erreichen.

Das ist länger als in vielen anderen Ländern – auch außerhalb der EU! – und in Österreich ging die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern in den vergangenen Jahren noch weiter auf.

Als Ursachen werden oft Gründe angeführt, wie die folgenden: Frauen haben im Vergleich zu Männern diskontinuier­lichere Erwerbsverläufe, sind häufiger geringfügig oder in Teilzeit beschäftigt und unter ihrer Qualifikation eingesetzt. Junge Frauen treffen ihre Wahl nach wie vor überwiegend aus einer schmalen Palette schlecht bezahlter Berufsgruppen. Frauen sind durch die Hauptverantwortung für Pflege- und Familienarbeit nicht ausreichend auf die Erwerbsarbeit(-skarriere) konzentriert. Dennoch können zumindest 5 % des Einkommensunter­schiedes in keiner Weise durch die Faktoren Arbeitszeit, Alter, Berufsgruppe, Bildung, Dauer der Unternehmenszu­gehörigkeit erklärt werden, gehen also in jeder Hinsicht auf Diskriminierung nach dem Geschlecht zurück.

Dazu kommt, dass aber auch die zuvor genannten Gründe ja nicht Ursache, sondern bereits Wirkung von patriarchal ungerechter Geschlechterun­gleichheit sind, was oft übersehen oder verschwiegen wird.

Auch verschwindet bei der Analyse der Entlohnungsun­terschiede in der Erwerbsarbeit nur allzu leicht die ungleiche Verteilung der unbezahlten Arbeit aus dem Blickfeld. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich daran aber fast nichts verändert: es wird ein minimaler Rückgang des Frauenanteils von 69 Prozent auf 66 Prozent festgestellt.

Diese Grundvorausset­zungen der Erwerbsarbeit werden zunehmend auch zu Auslösern ihrer Krise. Denn in dem Maße, wie der neoliberale Kapitalismus voranschreitet, werden typisch männliche Berufszweige „überflüssig“, erreicht die Prekarisierung auch die „Familienernährer“, die diese Rolle schon geraume Zeit kaum noch erfüllen. Die sozialen Verwerfungen die aus diesen Veränderungen resultieren, sollten in ihrer Tiefe nicht unterschätzt werden.

Equal Pay! ist also eine Sofort-Forderung, die einen offensichtlichen – und inzwischen von allen eingestandenen – Skandal der Erwerbsarbeitswelt beseitigen soll.

Um eine grundlegende Neubewertung und Neuverteilung von gesellschaftlich notwendiger und sinnvoller Arbeit und den selbstverständlichen Zugang aller, zu den Voraussetzungen eines menschwürdigen Lebens wird damit aber nicht herumzukommen sein!

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