
(18.3.2011)
Morgen können wir hundert Jahre internationaler Frauentag feiern und haben doch keinen Grund uns zufrieden zurückzulehnen. Auch 100 Jahre später existieren Patriarchat und Kapitalismus, mehr noch, sie greifen immer penetranter in die Lebens- und Arbeitsrealitäten von Frauen ein. Die bürgerlichen Medien, allen voran der ORF, überschlagen sich seit Wochen darin, das starke Geschlecht zu beweinen – ein sonderbarer Beitrag zum Jubiläum. Hat doch das Jammern über die Benachteiligung der Männer angesichts der Frauenbewegung wenig mit den realen Zuständen im Land zu tun. Noch immer sind es vor allem die Frauen, die sich um Kinder, Küche und Heim kümmern sollen und das neben einem Job, der oft nicht zum Leben reicht. Von gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit ist Österreich meilenweit entfernt. Aber das ist nur die Spitze des Eisberges.
Gerlinde Grün, KPÖ-Gemeinderätin in Linz erinnert etwa daran, dass zB das 1997 von 645.000 Menschen unterstützten Frauenvolksbegehren nach wie vor auf seine Behandlung wartet: Eine Realisierung der elf Forderungen des Frauenvolksbegehrens steht leider nicht auf der Agenda der Regierung. Gerade diese Forderungen werden von der KPÖ aber als gesellschaftspolitischer Kontrapunkt zur neoliberalen Regierungspolitik gesehen.
Die KPÖ-Frauen begreifen Feminismus als radikale Herrschaftskritik an den Produktions- und Geschlechterverhältnissen. Unsere Kritik hat die internationale und geschlechter-hierarchische Arbeitsteilung wie die ungleiche Verteilung der materiellen Ressourcen zum Gegenstand.
Heidi Ambrosch, Frauenvorsitzende der KPÖ, fordert anlässlich des Frauentages 2011: