
Von Claudia Krieglsteiner (17.2.2011)
heisst es. Und es stimmt natürlich auch. Manchmal erinnert es EineN aber auch an einfache Tatsachen. Als Teilnehmerin des Weltsozialforums in Dakar war ich, so wie die meisten EuropäerInnen in einem ganz anderen Ausmass damit beschäftigt, meine Grundbedürfnisse zu befriedigen, als in meinem Alltag. Obwohl ich in einem Hotel untergebracht war.
Es beginnt damit, dass man nicht einfach die Wasserleitung aufdreht, wenn man Durst hat. Dazu kommt, dass ausser in den ganz teuren Hotels, das Essen in Senegal für europäische Mägen sehr gewöhnungsbedürftig ist; etwas Bekömmliches zu finden dauert.
Viele Menschen hier verfügen nicht über Geld. Es gibt auch keine soziale Absicherung. Hat ein Familienmitglied Erwerbsarbeit, sind viele Verwandte damit zu unterstützen. Die Abgabe von Almosen, das im Islam ein ernst genommenes Gebot ist, richtet sich an Menschen mit Behinderungen und Witwen, die auf der Strasse betteln und geht an Organisationen, deren Hilfsleistungen ich hier nicht beurteilen kann.
Die meisten Frauen dieser Stadt sind aber täglich fast ausschliesslich damit beschäftigt, das Überleben für sich und ihre Kinder zu organisieren. Und sie tun dies mit grosser Ruhe und einer Freundlichkeit gegenüber Fremden, die etwas Beschämendes hat, weil sie umso deutlicher das Unrecht zeigt, das weltweit herrscht. Gar nicht zu reden davon, welche Stimmung in Österreich und vielen europäischen Ländern _ Menschen aus Afrika entgegenschlägt.
Afrika ist kein armer Kontinent, Westafrika keine arme Region. Aber ausgeplündert in 400 Jahren Jagd auf die Menschen und Verschleppung als Sklaven und Sklavinnen. Bis zum heutigen Tag ausgebeutet über Kapitaltransfers und Schuldendienste, die immer noch mehr Mittel vom Süden in den Norden fliessen lassen, als umgekehrt, wird aller Reichtum Afrikas abgesogen.
Diese Kontraste lassen viele der Diskussionen über Forderungen und Programme, die wir in Europa führen, sehr abstrakt erscheinen.
Brot und Frieden, denkt man, das genügt zumindest für's Erste. Die Rosen werden diese Frauen sich selbst züchten, wenn ihnen der Sinn überhaupt nach Rosen steht.