Irma im Demozug zum Internationalen Frauentag 1988Von Melina Klaus (15.5.2010)
Glückünsche anläßlich 90. Geburtstag, Volkstheater Wien Mai, 2010
Liebe Irma, Liebe Gäste,
ich habe eine kurze Vorbemerkung vor meiner Gratulation Viele unter euch können folgendes vielleicht nachvollziehen: Frau fragt sich ja manchmal, ob sie dies und das im Leben richtig entschieden hat Und ich spreche heute hier für eine Partei und auch als Parteisprecherin darf frau manchmal zweifeln: Bin ich hier richtig? Viele hier kennen die Geschichte dieser Partei
Also wenn ich auch mal unsicher war, ob ich wo, ob ich in dieser Partei richtig bin heute in der Nähe vieler Frauen und an so einem Tag für Irma und in ihrer Nähe: Das fühlt sich ganz richtig an!
Die KPÖ hatte vor einigen Jahren ein eher ‚gspaßiges‘ Wahlplakat: eine rote Unterhose mit Hammer&Sichel mit dem Slogan Wechseln Sie wenigstens mal die Partei Die Irma auf der Bezirkssitzung hat gesagt: na, das gefällt ihr nicht, und es ist eigentlich auch Blödsinn, und in ihrem von uns allen so geliebten Ton: eine Partei wechselt man doch nicht!
Liebe Irma, ich kenne mindestens einen Zweifler, der daraufhin ‚zurück gekommen‘ ist und bis heute ausnahmslos die KPÖ gewählt hat.
Und heute sind keine Zweifel angebracht!
Weil selten etwas so richtig ist und so bestärkend ist, wie mit dir deinen 90er zu feiern!
Liebe Irma, ich bringe dir die Gratulationen der Partei, vom Bundesvorstand, aus der Stadtleitung, aus der Leopoldstadt und meine persönlichen.
Ich bringe dir ein paar Eindrücke mit, was ich alles gehört habe, wenn ich erzählt habe, dass ich heute hier spreche:
Die Irma hat zu allem was zu sagen, sie hat in jeder Phase die Breite der KPÖ abgedeckt. Nicht nur für Frieden und zu Frauenthemen, nein für alles interessiert sie sich.
Die Irma ist das Wollen, die jüngere Generation einzubeziehen. Ihr Erinnern ist lebendig, weil sie nicht nur erzählt, sondern den Jungen auch zuhört.
Die Irma hat eine Brücke geschlagen zwischen Feministinnen und Betonschädeln. Wenns hart war, hat sie Position bezogen für die jungen Frauen.
Lange bevor ‚Bündnispolitik‘ modern war, war sie eine Bündnispolitikerin. Die Friedensbewegung, die Bewegung für die Fristenlösung über Parteigrenzen hinweg was wären die ohne eine Frau wie die Irma.
Die Irma hat aber nicht immer nur Anerkennung bekommen für ihre Positionen. Sie hat ein Stück Weg geebnet für Themen und für Solidarität!
Diese Themen und die Frauen waren lange in der 2. und 3. Reihe in der Partei aber egal in welcher Reihe: für uns junge Frauen wart ihr immer Orientierungspunkt! Vielleicht ist heute auch der richtige Zeitpunkt einmal DANKE zu sagen für deine Erzählungen, für deine Leidenschaft und für dein Ohr. Und dafür, dass du uns sagst, wie du die Gesellschaft heute siehst, weil du auch die Gesellschaft gestern erlebt hast! Für deinen Humor und dafür, dass du uns vorlebst, dass Bitterkeit keinen Platz hat in einem kämpferischen Herzen!
Heuer am internationalen Frauentag haben wir im 2.Bezirk eine Veranstaltung gemacht. Ich sollte da auch sprechen. Also sitz ich am Wochenende vorher und schreib und ‚plag mich auf a Rede‘. Die Irma wollte eigentlich nix sagen, aber dann brennt ihr doch die politische Situation unter den Nägeln. Sie steht auf mit ihren 90 und kommentiert die Geschichte des 8.März und spricht über Frauensolidarität und kommentiert die Rosenkranz und das, was sie im Radio gehört hat –
Man muss sich einmischen! sagt sie uns.
Und keine andere erreicht und berührt uns damit so wie ‚die Irma‘.