KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Herbeigebombte Frauenrechte?

Die bürgerliche Medieneinfalt mit ihrer penetranten Ignoranz gegenüber feministischen Themen hat die
afghanischen Frauen entdeckt. Ihre fundamentalistische Unterdrückung ist ein willkommener Aufhänger den
militärischen US-Angriff auf Afghanistan zu rechtfertigen, die christliche "Wertegemeinschaft" gegen den
Islam zu mobilisieren, den "Sieg" über die Taliban als "Frauenbefreiung" zu verkaufen. Dass die
antifundamentalistischen Vertreterinnen von RAWA gegen den Krieg Stellung bezogen haben, gegen die
Beteiligung von Fundamentalisten in einer zukünftigen Regierung eintreten, hindert die Kriegstreiber
nicht, sie dennoch vorzuführen und gleichzeitig die Nordallianz als neue Machthaber zu begrüßen.
Menschenverachtend ist dieserart Missbrauch von Frauen.

Freiheit, die sie meinen

Verschwiegen wird auch weiterhin, dass diese Frauen und ihre Kinder durch die US-"Operation schnelle
Freiheit" vom Hunger- oder Kältetod in den Flüchtlingslagern bedroht sind. Bekannt ist, dass der CNN alle
entsprechenden Bilder zensuriert. Bilder von entschleierten Frauen sind da wirkungsvoller um den
"gerechten" Krieg zu propagieren, Bilder, die ebenso in Pakistan oder zu einem anderen Zeitpunkt
entstanden sein können und mit aller Wahrscheinlichkeit auch sind.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass in den sterilen Beschreibungen der Kriegsführung eine weitere
fehlt, die im Krieg gegen die Republik Jugoslawien sichtbar wurde: Vergewaltigung ist ein Mittel jeder
Kriegsführung. Das sollte beim "Erobern" der Städte, beim Einsatz der amerikanischen und britischen
Eliteeinheiten und beim Nachschub von deutschen Kanonenfutter beachtet werden.

Dass es keinem der Kriegsbefürworter um die Frauen geht, beweist auch die Tatsache, dass sie und ihre
Kinder auf keine Aufnahme in den EU-Ländern, in Österreich hoffen können. Das ist das wahre Gesicht der
westlichen Wertegemeinschaft, der Festung EU nach Schengen, mehrheitlich sozialdemokratisch geführt, mit
Applaus von großen Teilen der Grünen in Europa samt Voggenhuber.

Die in Bonn abgehaltene UN-Konferenz unterstreicht die Heuchelei. Von den 28 Delegierten am runden Tisch
waren lediglich drei Frauen als Beraterinnen geladen, nicht bekannt ist, dass es sich dabei um
Vertreterinnen der RAWA handelt. Gestern noch von deutschen und österreichischen Ministern herumgereicht
und in Talkshows präsentiert, dürfte die RAWA nach dieser Konferenz einiges über westliche Demokratien,
Pressefreiheit und den Stellenwert von Frauenrechten gelernt haben.

Heidi Ambrosch - November 2001

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