POSITIONEN & THEMEN

(20.12.2008)
Einen handfesten Skandal deckte KPÖ-Klubobmann Ernest Kaltenegger am Freitag auf: "Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bietet die EStAG in Wien um 246 Euro billiger an, als in der Steiermark. Ich halte diese Vorgehensweise für skandalös, das ist fast ein Viertel billiger. In der Steiermark wird bei den Haushalten abgezockt, in Wien spielt man auf Markt.
Offensichtlich ist der Gaspreis, der den EndverbraucherInnen in Österreich aktuell verrechnet wird zu hoch. Wie sonst könnte sich die Etag sonst zu diesen Kapriolen versteigen: Der steirische Energiekonzern Estag verkauft in Wien das Gas um rund 20 Prozent billiger als in der Steiermark. Während die Estag-Tochter „Gas-Wärme“ in der Steiermark zu eigenartigen Verrenkungen, wie dem Gasbonus greift, verkauft eine andere 100-Prozent-Tochter der Estag, die Firma „Unsere Wasserkraft“, das selbe Gas in Wien billiger.
Auch die für Februar in Aussicht gestellte Tarifsenkung von 6,3 Prozent ist
für die KPÖ in diesem Zusammenhang „einfach ein Witz“. Das Land und somit
Eigentümervertreter Landeshauptmann Franz Voves sind aufgefordert, sofort
einzugreifen, um diesen ungerechten Zustand abzustellen, fordert
Kaltenegger.
Laut einem Bericht in der Kleinen Zeitung zeigt man sich bei der „Steirischen Gas
Wärme“ von Kalteneggers Zahlen nicht sonderlich beeindruckt: Diese Zahlen
seien die Gesamtbruttopreise, in Wahrheit gebe es aber zahlreiche Boni – etwa
einen Familienbonus, den Sozialbonus, einen Ökobonus und den von der Politik
erkämpften Landesbonus. Unter Einrechnung all dieser Zahlen sei das Gas in der
Steiermark sogar billiger, so Konzernsprecher Urs Harnik.
Wer sich also durch den Behördendschungel zu kämpfen weiss …
Grundsätzlich gelte laut EStag, dass man sich als Anbieter auf dem Markt
bewegen müsse. Der Markt in Ostösterreich habe eine „komplett
unterschiedliche Kundenstruktur“, deshalb könnten die Preise auch nicht so
verglichen werden.