POSITIONEN & THEMEN

Von Günther Hopfgartner (12.11.2007)
Was uns wohl auch hierzulande im kommenden Juni – im Gefolge der EURO 2008 erwartet, kann mensch derzeit schon mal am Beispiel der jüngsten Eskalationen im italienischen Fußball studieren.
Nein, an dieser Stelle soll nicht die allerorten sich ausbreitende Klage über Fußballgewalt angestimmt werden, die tragische Vorfälle wie jüngst den Tod eines Lazio-Fans durch einen Warnschuss eines Verkehrspolizisten, regelmäßig begleitet und für den Stammtisch aufbereitet.
Während nämlich etwa laut Studien die Anzahl der Verletzten durch fußballbezogene Gewalt in Italien im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent abgenommen hat, werden weder die mit jener Gewalt begründeten polizeilichen Repressionsszenarien zurückgefahren, noch der entsprechende mediale Diskurs abgerüstet.
Ganz im Gegenteil: Wer derzeit die Berichterstattung über Fußball in der hiesigen nicht fachspezifischen Presse also z.B. dem Standard mehr oder weniger aufmerksam verfolgt, erfährt vor allem drei Tatsachen: Hickersbergers Jungs können nicht einmal einen Hydranten ausspielen; einzig Ivica Vastic würde diesen Missstand noch halbwegs beheben – und: Horden gewaltbereiter sogenannter Fußballfans sitzen auf gepackten Koffern um im kommenden Frühsommer bei uns einzufallen, sich mit heimischen Ultras zu vereinigen und die schmucken Innenstädte unserer Republik zu verwüsten.
Dass da die Internet-Foren auch sogenannter liberaler Medien wie jene des Standard vor Postings, die mehr oder weniger verklausuliert einer Rübe ab-Politik das Wort reden, übergehen, überrascht schon gar nicht mehr. Hooligans scheint das Zauberwort, das auch den bildungsbürgerlichen, linksliberalen Stammtisch in eine Versammlung geifernder Hilfs-Sheriffs verwandelt.
Und genau auf dieser Stimmungslage aufbauend, schaffen derzeit Innenminister Platter und seine Kollegen die Voraussetzungen für eine saubere EURO 2008 – auf dass die Großsponsoren der UEFA ungestört mit den konsumbereiten Massen kommunizieren können. Dass dabei auch gleich noch ein paar demokratische Rechte mehr eingeschränkt werden, die Republik einen weiteren Schritt Richtung neoliberaler Polizeistaat macht, stört kaum noch jemanden. Wenn doch nur endlich der Fußball von diesen gewalttätigen Idioten, denen es doch gar nicht um das Spiel geht gesäubert wird …
Dabei ist es gerade einmal ein paar Jahre her, dass auch hierzulande durchaus sachlich und wissenschaftlich fundiert über den Zusammenhang von Gewalt in den Stadien und Gewalt in der Gesellschaft diskutiert werden konnte. Und zumindest die Linke war sich dereinst darüber klar, dass der durch nichts zu rechfertigende Rassismus, Antisemitismus und Sexismus weiter Teile der Fankurven seine Entsprechung und Motivation in durchaus salonfähigen gesellschaftlichen und politischen Diskursen finden.
Wer also tatsächlich die Gewalt und den Rassismus im Fußball bekämpfen will, kann dies nicht guten Gewissens im Windschatten der Gewaltfantasien der Stammtische oder Schulter an Schulter mit dem Schubhaft-Ultra Platter tun!
As co-organisers of the European Football Championship we invited the people in europe, who has not been asked about theire opinion to the Lissbon Treaty, to join the penalty shooting at the Lisbon Treaty EU- Championship. The first penalty was shooted by José Manuel Barroso. He shooted into the own goal by sayng: "If Irland says NO, we have to discuss the present structure of the whole EU". (Der Standard, Wien, 23. 5. 2008).
This page gave you the chance to make use of the penalty chance Barroso gave us, by writing a letter to Irish people, which encourage and convince them to say NO.
