POSITIONEN & THEMEN

Von Heidi Ambrosch (10.4.2010)
Die zuständige Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, zugleich geschäftsführende Gesellschafterin der Firma Frischauf-Bild war vor ihrem Amtsantritt Vizepräsidentin der Tiroler Wirtschaftskammer. Das ist für mich deshalb erwähnenswert, weil es wohl ihre Interessenslage erklärt, nur jene Initiativen weiterhin zu fördern, die sich rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ranken. Als Hobbyvereine bezeichnet sie eine frauenspezifische Filminitiative (kinovi(sie)on) oder eine Frauenbibliothek (ArchFem) und zu Frauenkontaktzentren meint sie, dass man Kaffeetrinken nicht mit Steuergeldern fördern solle. Dass sie gesagt hätte, das Autonome FrauenLesbenZentrum könne weiter auf Geld hoffen, wenn es autonom und Lesben aus dem Namen nehme, bestreitet sie gegenüber der Tiroler Tageszeitung.
In der Plattform zornige Frauen haben sich unterschiedlichste Frauenvereine zusammengeschlossen um die Rücknahme der Subventionsstreichungen, eine Budgetaufstockung für das Frauenreferat und die Transparenz der Budgets einzufordern. Die Vergabe öffentliche Gelder ist eine demokratiepolitische Frage. Wenn Politiker und Politikerinnen ein Geheimnis aus ihrer Förderpolitik machen, dann steht die Demokratie auf dem Spiel! In einem ersten Schritt fordern sie die Umwidmung der 171.000,–, die zur Aufstockung des Budgets für Ehrungen des Landes Tirol veranschlagt wurden, für Zwecke des Frauenreferates. Das ist ja wohl das Mindeste! Sollte man meinen
Anmerkung 1: Es würde mich brennend interessieren, wer beispielsweise im letzten Jahr für was geehrt wurde, wie der Frauenanteil dabei und die jeweilige Höhe der Zahlung war.
Anmerkung 2: Wer finanziert eigentlich den Kaffee im Tiroler Landesrat?