KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Die „zornigen Frauen“ Tirols

Von Heidi Ambrosch (10.4.2010)

Während allein die Aufstockung des Budgets für Ehrungen im Land Tirol 171.000 Euro beträgt – damit gesamt knapp 1,5 Millionen für solche bereit stehen –, wurde das Budget des Frauenreferats neuerlich um zwanzig Prozent gekürzt (um 50 Prozent in den letzten zehn Jahren!). Ein Zehntel der Ehrungsgelder, gerade mal 152.000 Euro stehen den Tiroler Frauenberatungseinrichtungen zur Verfügung.

Die zuständige Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, zugleich geschäftsführende Gesellschafterin der Firma Frischauf-Bild war vor ihrem Amtsantritt Vizepräsidentin der Tiroler Wirtschaftskammer. Das ist für mich deshalb erwähnenswert, weil es wohl ihre Interessenslage erklärt, nur jene Initiativen weiterhin zu fördern, die sich rund um die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ ranken. Als „Hobbyvereine“ bezeichnet sie eine frauenspezifische Filminitiative (kinovi(sie)on) oder eine Frauenbibliothek (ArchFem) und zu Frauenkontaktzen­tren meint sie, dass man „Kaffeetrinken nicht mit Steuergeldern fördern“ solle. Dass sie gesagt hätte, das Autonome FrauenLesbenZentrum könne weiter auf Geld hoffen, wenn es „autonom“ und „Lesben“ aus dem Namen nehme, bestreitet sie gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

In der „Plattform zornige Frauen“ haben sich unterschiedlichste Frauenvereine zusammengeschlossen um die Rücknahme der Subventionsstre­ichungen, eine Budgetaufstockung für das Frauenreferat und die Transparenz der Budgets einzufordern. „Die Vergabe öffentliche Gelder ist eine demokratiepoli­tische Frage. Wenn Politiker und Politikerinnen ein Geheimnis aus ihrer Förderpolitik machen, dann steht die Demokratie auf dem Spiel!“ In einem ersten Schritt fordern sie die Umwidmung der 171.000,–, die zur Aufstockung des Budgets für Ehrungen des Landes Tirol veranschlagt wurden, für Zwecke des Frauenreferates. Das ist ja wohl das Mindeste! Sollte man meinen …

Anmerkung 1: Es würde mich brennend interessieren, wer beispielsweise im letzten Jahr für was geehrt wurde, wie der Frauenanteil dabei und die jeweilige Höhe der Zahlung war.

Anmerkung 2: Wer finanziert eigentlich den Kaffee im Tiroler Landesrat?