KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Befreiung vom Hitlerfaschismus: Tirol setzt dazu Zeichen der besonderen Art!

Die Tiroler ÖVP verschleierte bewusst den Sinn und Zweck des Befreiungsdenkmals. Spöttisch wurde es lange Zeit als "Franzosendenkmal" tituliert.

Von Josef Stingl (6.5.2010)

Zahlreicher Jahrestage gedenken wir in diesen Tagen:

27. April 1945 – die „Proklamation über die Selbständigkeit Österreichs“ und die Gründung des ÖGB.

28. April 1945 – die Befreiung Tirols durch die Alliiertenstre­itkräfte.

5. Mai 1945 – Kriegsende in Tirol

… und am 8. Mai, jährt sich ebenfalls zum 65. Male die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen, die Befreiung vom Faschismus…

Vorm Landhaus erinnern zwei Denkmäler an den Hitler-Faschismus, und an die von Blut getränkte Befreiung von ihm:

Eines davon ist das Mahnmal zum Gedenken an die einheimischen Opfer der Reichskristallnacht;

und das andere ist das von den französischen Alliierten errichtete Befreiungsdenkmal. Es soll an all jene Personen erinnern, die für die Befreiung Österreichs aus der Nazi-Diktatur (1938–1945) ihr Leben geopfert haben.

Das „offizielle" Tirol hatte schon immer Schwierigkeiten mit dieser Befreiung Österreichs:

Das Land Tirol, in Person von Landeskonservator Trapp, lehnte eine deutschsprachige Textierung ab und schlug stattdessen eine unverbindliche, lateinische Inschrift vor: „PRO AUSTRIA LIBERA MORTUIS“ (Den, für ein freies Österreich Gestorbenen) , der dann abgeändert, „PRO LIBERTATE AUSTRIAE MORTUIS“ (Den für die Freiheit Österreichs Gestorbenen) angebracht wurde. „Die Textierung auf Latein erschwert jedoch den inhaltlichen Zugang zum Befreiungsdenkmal. Daher ist es nicht verwunderlich, dass nur ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung die Bedeutung des Monuments richtig einzuschätzen versteht. Der eigentliche Zweck des Denkmals wird dadurch verschleiert. Der Ort der Erinnerung an die Befreiung vom Nationalsozialismus und an den einheimischen Widerstand ein gutes Stück unkenntlich gemacht“, schreibt dazu Horst Schreiber in der Schriftenreihe des Innsbrucker Stadtarchivs 7 „Zeit-Raum-Innsbruck“.

Ebenso wurde schon in den Anfängen der 2. Republik die Tiroler Landeshymne – das sogenannte „Hofer-Lied“ – unter Strafandrohung davor geschützt, mit anderen Texten gesungen zu werden. Das Lied der Widerstandsgruppe Leoben-Donawit z, getextet vom Kommunisten Max Muchitsch, war seinerzeit „nebenbei“aktueller Anlass für diese Gesetzgebung…

Auch zwei Beispiele aus der jüngeren Zeitgeschichte zeigen eindrucksvoll das gespaltene Verhältnis der hiesigen Führungselite zur eigenen Vergangenheit­sbewältigung :

Fast zeitgleich mit dem Bekanntwerden der NSDAP-Mitgliedschaft Wallnöfers wurde der Landhausplatz mit seinem Befreiungsdenkmal (!) zynischerweise in „Eduard-Wallnöfer-Platz“ umbenannt …Demzufolge gab es auch keinerlei ernsthafte Bedenken, eine Musikschule nach dem Musikgauleiter Sepp Tanzer zu benennen. Der damalige, und dafür mitverantwortliche ÖVP-Landesrat verharmlost, es sei ja eine „musikalische“ (?) und keine politische Ehrung Tanzers.

Zurück zum 65. Jahrestag des Endes des Hitler-Faschismus – auch hier setzt jetzt das „Land Tirol“ mehr als fragwürdige Akzente :

An Stelle einer erwarteten Aktualisierung dieser, nicht nur für die Opfer und deren Hinterbliebenen mehr als nur bedeutsame, sondern auch für die kulturelle Zukunft unseres Landes lebenswichtige Gedenkstätte, verwandelte man den ganzen Landhausplatz in provokanter Art und Weise ausgerechnet jetzt in eine Baustelle, der während der Gedenktage den Zugang zu den Mahnmalen verhindert …

Nur ein dilettantisches Missgeschick oder… ?