KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Architekt Oscar Niemeyer ist 100

Der "Palácio da Alvorada", entworfen von Oscar Niemeyer. Das erste Gebäude in Brasília, 1958. The palace became symbol of the modern moviment of Brazilian architecture, of cultural and technical progress of the country.

Von Manfred Bauer (15.12.2007)

Der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer feiert am 15. Dezember seinen 100. Geburtstag. – „Der Herr der Kurven“, wie der Kommunist von seinen bürgerlichen Adoranten wegen seiner künstlerischen Ausdrucksweise genannt wird, wurde als eines von sechs Kindern eines deutschstämmigen Kaufmanns in Rio geboren. Nach seinem Studium der Architektur begann durch die Kooperation mit Le Corbusier sein internationaler Aufstieg, der in der Realisierung von mehr als 600 internationalen Projekten gipfelte; darunter befand sich etwa der Bau des alten Gesundheitsmi­nisteriums in Rio oder der Entwurf des UNO-Hauptgebäudes in New York (1947).

Architektur dürfe nicht nur funktionell sein, so Niemeyer, sondern auch „schön, kreativ und die Phantasie bewegend“; diese Position, die ihm auch in den eigenen Reihen Kritik eintrug, kontrastiert jedoch zu vielen seiner Projekte, in denen er auf soziale Funktion setzte.

Der Entwurf der brasilianischen Retorten-Hauptstadt Brasilia gilt als ein solches Beispiel: Darin wollte Oscar Niemeyer, der die Jahre der brasilianischen Diktatur im Ausland zubrachte, seinen Wunsch nach einem Zusammenleben einer Gesellschaft verwirklichen, in denen die alten gesellschaftlichen Strukturen aufgehoben seien. Er sei mit seiner Utopie gescheitert, bekennt er heute, Brasilia sei zu einem Paradies des Mittelstandes avanciert, die Armen seien an den infrastrukturell ausgedünnten Rand der Stadt gedrängt. „Brasilia gehört gestoppt“, lautet seine radikale Konsequenz.

Der Arbeitseifer des 100-Jährigen sei nach Angaben seiner Familie ungebrochen, der Architekt plane weitere Projekte, die ihn noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, beschäftigen würden.

Das nächste Projekt Oscar Niemeyers, der Zeit seines künstlerischen Schaffens die „gerade Linie“ verabscheut" hat, weil sie im Widerspruch zur Natur stehe, ist der Entwurf einer Statue des südamerikanischen Unabhängigkeit­skämpfers Simon Bolivar für Venezuela. Der Architekt habe kürzlich ein entsprechendes Angebot dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez überreicht. Das Bolivar-Monument wäre mit einer Höhe von mehr als 100 Metern höher als die Freiheitstatue in New York; Chavez habe das Projekt bereits akzeptiert.

Außerdem soll der Architekt, der seit seiner Jugend Kommunist ist und sich auch immer wieder in den politischen Diskurs eingebracht hat, demnächst den Regierungspalast Planalto in Brasilia renovieren, ein Kulturzentrum in Kasachstan planen und das neue Regierungszentrum des brasilianischen Bundeslandes Minas Gerais bauen.

Nein zum Belastungspaket!

Wir, die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen dieser Resolution, sagen daher: Alle GewerkschafterInnen mit Sitz und Stimme im Parlament müssen dem Belastungspaket der Regierung die Zustimmung verweigern. Wir sagen: Lasst Euren großen Worten endlich Taten folgen!