POSITIONEN & THEMEN

Von Roman Gutsch, Christoph Kepplinger (22.10.2009)
Lange haben wir nachgedacht. Das Thema ist zu groß für ein kleines Buch wie dieses. Fünfundzwanzig Autorinnen und Autoren schreiben über eine Krise, schreiben gegen eine Krise oder schreiben sich um eine Krise herum, die schon offen zu Tage getreten ist, als wir uns noch mit dem Vorwort zur vorhergehenden Anthologie des „Linken Worts“ befasst haben. Das war im Jahr 2008.
Welche vielfältigen literarischen Ansätze zur Wirtschaftskrise möglich sind, zeigen die in dieser Anthologie veröffentlichten Texte: Die literarische Herausforderung ist gelungen, in Lyrik und Prosa, in Utopien und Dystopien, im Ernst und in der Satire, in wütenden Tiraden und stillen Reflexionen. Die Literatur alleine rettet kein System, sie ist auch nicht die Rettung vor einem System. Die Literatur aber lässt die Verhältnisse in anderem Licht erscheinen, erhellt deren Schattenseiten und hinterfragt den oberflächlichen Glanz des allzu Selbstverständlichen. Der Lack ist ab von den Fassaden des kapitalistischen Realismus und seinen PR-Agenturen. Wo aber die Brüche offensichtlich werden, hakt die Literatur sich fest, bohrt in der Sprache und in der Evidenz des Faktischen. Das Resultat ist unberechenbar. Rette sich, wer kann!
Wir retten ein System. Linkes Wort am Volksstimmefest 2009. Wien: Globus Verlag 2009. 140 Seiten. ISBN: 978–3–9502669–2–4. [12,– EUR / 18,01 CHF] Erhältlich ab November 2009.
Mit Beiträgen von: Christoph Aistleitner, Eugen Bartmer, Manfred Bauer, Lidio Mosca Bustamante, Friederikeinheim, Gerald Grassl, Florian Haderer, Elfriede Haslehner, Josef Haslinger, Philip Hautmann, Max Höfler, Eva Jancak, Martin Just, Eugenie Kain, Ursula Knoll, Dario Lagger, Hilde Langthaler, Güni Noggler, Helmut Rizy, Lale Rodgarkia-Dara, Stefan Schmitzer, Hilde Schmölzer, Christian Schreibmüller, Rolf Schwendter, Irina Valtscheva.
Wir wünschen eine anregende Lektüre!