POSITIONEN & THEMEN

Von Leo K. (5.1.2008)
Die englische Kult-Band ist nicht nur auf dem Sektor Alternative-Music nach wie vor wegweisend sondern auch punkto Verbreitung ihrer Musik für Überraschungen gut.
Das neue Radiohead-Album „In Rainbows“ war vom 10. Oktober bis zum 10. Dezember 2007 vorab als Download über die von der Band betriebene Homepage erhältlich. Der Clou dabei war jedoch: Jeder bezahlte das, was ihm das Album wert war. Auch ein Download zu einem symbolischen Mindestbetrag (quasi umsonst) war möglich. Mittlerweile ist das Download-Portal geschlossen, der Tonträger ist als Box-Set mit Bonus-CD gegen einen festen Geldwert über die Homepage zu beziehen, bzw. seit Ende 31. Dezember über das Independent-Label XL Recordings. Es bleibt die Frage nach dem materiellen und ideellen „Wert“ von Musik an sich.
Radiohead heizten mit dieser Aktion auf jeden Fall die Diskussion über das bevorstehende Ende der Platten-(=Vermarktungs-) Industrie erneut an.
Das Album selbst, egal wo es um wie viel gekauft wurde, ist auf jeden Fall genaues Anhören wert. „In Rainbows“ ist nämlich ein etwas weniger zugängliches Werk als sein Vorgänger, wie bereits der Opener „15 Step“ unter Beweis stellt. Auf der Platte finden sich oftmals filigrane elektronische Spielereien im Hintergrund. Streicher- und Klavierpassagen sowie unverzerrte, zurückhaltende Elektro- und Akustikgitarren bilden den atmosphärischen Teppich für Thom Yorkes Gesang. „In Rainbows“ wird von KritikerInnen als das Beste Radiohead-Album seit 1997 gefeiert.