KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Die KPÖ und das Exil

Irma Schwager bei der Gedenkveranstaltung 2008

(7.11.2012)

Wiener Akademie des Exils lädt in der Reihe Politische Parteien und das Exil zu Vorträgen und Podiumsgespräch am Mittwoch, 14. November 2012, 19:00 Uhr

Eine neue Veranstaltungsreihe im Rahmen der 2004 begründeten Wiener Akademie des Exils beschäftigt sich mit dem Verhältnis von politischen

Parteien und Bewegungen Österreichs zu Exil, Emigration und Asyl. Die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge) will mit diesen Vortrags-

und Diskussionsabenden gemeinsam mit den politischen Akademien und Bildungswerkstätten einem breiten Publikum neuere Erkenntnisse

der Exilforschung vermitteln. Dazu dienen jeweils Vorträge durch Wissenschaftle­rInnen, Berichte von ZeitzeugInnen sowie anschließende

Podiumsgespräche mit Möglichkeit der Publikumsbete­iligung. Dabei sollen die Gründe und Umstände der Flucht aus Österreich, das Engagement

und der Alltag im Exil in den verschiedenen Zufluchtsländern und die oft schwierige Rückkehr thematisiert werden. Zudem will die Veranstaltungsreihe

die Bedeutung des Exils für die Entwicklung und Identität der jeweiligen politischen Partei in der Zweiten Republik ausloten.

In Kooperation mit der Alfred Klahr Gesellschaft werden zum Abschluss der Reihe Facetten der kommunistischen Exilerfahrung beleuchtet.

Marcus Patka beschäftigt sich mit dem Exil österreichischer KommunistInnen in Mexiko. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erhielten unter den SpanienkämpferInnen und deutschsprachigen ExilantInnen auch einige hundert KommunistInnen Asyl in Mexiko. Ihre literarischen Galionsfiguren waren Anna Seghers, Egon Erwin Kisch und Ludwig Renn, als politischer Leiter fungierte Paul Merker. Zu den ÖsterreicherInnen gehörten Bruno Frei, Leo Katz, Marie Frischauf und Josef Foscht. Gemeinsam agierten sie im Heinrich Heine Club, als kulturelle Leistungen sind auch die Zeitschriften Freies Deutschland und Austria Libre zu nennen.

Fritz Hausjell spricht über die Journalisten Ernst Epler und Hans Winge, die beide in die USA flüchten konnten. Ernst Epler (1912–1985) wurde

1934 wegen seiner Verbindung zum kommunistischen Jugendverband inhaftiert und arbeitete nach seiner Freilassung für die verbotene KPÖ. In

den USA wirkte er als Chefredakteur der Austro American Tribune. Nach seiner Rückkehr 1949 schrieb er für den Abend und die Volksstimme.

Anders als Epler wurde Hans Winge (1902–1968) erst im Exil zum Kommunisten. Bevor er Österreich verlassen musste, hatte er bei der Neuen

Freien Presse gearbeitet. In den USA machte er die Bekanntschaft Bert Brechts, dem er nach Ende des Krieges nach Ostberlin folgte. 1951 kehrte

er nach Österreich zurück, wo er anfangs aufgrund seiner politischen Überzeugung nicht als Journalist arbeiten konnte.

Nach den Vorträgen diskutiert Fritz Hausjell am Podium mit Irma Schwager und Fritz Propst.

Fritz Propst, geboren 1916, war Mitglied der Roten Falken und später des Kommunistischen Jugendverbandes. Wegen Widerstands gegen das austrofaschistische Regime in Wöllersdorf inhaftiert, flüchtete er 1938 in die Tschechoslowakei und 1939 weiter nach England, wo er die österreichische Jugendexilorga­nisation Young Austria mitbegründete. 1944 trat er in die britische Armee ein, 1945 kehrte er nach Wien zurück und

arbeitete als Angestellter der KPÖ und des Globus Verlages.

Irma Schwager flüchtete 1938 nach Belgien, war im französischen Widerstand tätig und 1944 Leitungsmit­glied der Front national autrichien in

Belgien. Auch sie kehrte bereits 1945 nach Österreich zurück. 1952 wurde sie Sekretärin, 1972 Vorsitzende des Bundes demokratischer Frau­en

(BDFÖ), 1953 Mitglied des Zentralkomitees und 1980 des Politischen Büros der KPÖ. Sie war Ratsmitglied der Internationalen Demokratischen

Frauenföderation (IDFF) und ist seit 1993 Vizepräsi­dentin der Alfred Klahr Gesellschaft.

Begrüßung: Walther Leeb (Alfred Klahr Gesellschaft)

Moderation: Fritz Hausjell

Veranstaltungsort: Kulturcafé 7Stern

1070 Wien, Siebensterngasse 31

Gefördert durch Wien Kultur. Eine Kooperation von: Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge), und Alfred Klahr Gesellschaft

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