POSITIONEN & THEMEN
Die Ergebnisse der jüngsten Steuerstatistik des Finanzministeriums unterstreichen die Richtigkeit und Wichtigkeit der KPÖ-Forderung nach einer radikalen Umverteilungspolitik. Zwei Kernaussagen sind dabei schwarz auf weiß nachzulesen: Allein bis Mai 2008 darf sich Noch-Finanzminister Wilhelm Molterer bereits über gesamte Steuer-Mehr-Eineinnahmen von 1,44 Milliarden Euro freuen. Ursprünglich geplant waren Steuer-Mehreinnahmen von 1,18 Milliarden Euro.
Diese deutlichen Mehreinnahmen des Finanzministers berappen in erste Linie die LohnsteuerzahlerInnen. Sie lieferten in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres insgesamt 8,3 Milliarden Euro an Lohnsteuer ab. Das entspricht einem Anstieg um rund 633 Millionen Euro oder 45 Prozent des Gesamtzuwachses an Steuereinnahmen. Weitere Mehreinnahmen lukriert der Finanzminister ebenfalls über eine Massensteuer: So stieg das Umsatzsteueraufkommen von Jänner bis Mai 2008 um 336 Millionen auf 8,9 Milliarden Euro; die Mineralölsteuer verzeichnet ein Plus von 169 Millionen auf rund 1,3 Milliarden Euro.
Im Vergleich dazu liegen die Unternehmenssteuern weit unterhalb des Plans: Die Körperschaftssteuer, das ist die Gewinnsteuer für die großen Kapitalgesellschaften, stieg in den ersten fünf Monaten 2008, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, um lächerliche 94 Millionen Euro (Steigerung insgesamt auf 2,18 Milliarden Euro).
Diese wenigen Zahlen illustrieren deutlich, dass die Steuerleistung von den ArbeitnehmerInnen aufgebracht wird, während die Reichen und die großen Kapitalgesellschaften vom österreichischen Steuersystem mehr als profitieren.
Gleichzeitig wird jenen Menschen, die also die Staatseinnahmen aufbringen, weisgemacht, dass das gesamte Sozial- und Bildungssystem nicht mehr finanzierbar sei. Eine gerechte Steuerpolitik, wie sie die KPÖ fordert z.B. Wiedereinführung der Vermögenssteuer, Einführung einer Wertschöpfungsabgabe, Beseitigung der Privilegien der Privatstiftungen … ist vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen notwendiger denn je. Nebenbei belegen diese Zahlen, dass etwa ein Pensionssystem oder eine hochqualitatives Gesundheitssystem tatsächlich finanzierbar ist. Denn was sollte mit den Mehreinnahmen des Finanzministers sinnvolleres geschehen?