KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Ethik-Unterricht für religiös Wahnsinnige

Von Alois Franz (15.4.2008)

Zu heftigen Aufregungen führte kürzlich der Vorschlag von Bildungspoliti­kerInnen, dass SchülerInnen, die nicht an einem schulischen Religionsunterricht teilnähmen, einen verpflichtenden Ethik-Unterricht zu absolvieren hätten. Die Kritik erfolgte nicht etwa, weil diese Forderung an Verdrehtheit nicht zu überbieten ist, sondern nur, weil sie zu früh erhoben worden ist. Dass dieser Ethik-Unterricht wohl kaum zur Intention haben dürfte, ein moralisches Handeln, welches die Gleichheit der Menschen als Grundlage und als Ziel hat, zu vermitteln, scheint evident. Dafür sprechen die sonstigen politischen Positionen jener, die diese Forderung erheben, sie haben mit einem demokratischen Humanismus gewiss nichts zu tun. Es dürfte vielmehr darum gehen, jene die sich nicht einer Religion oder einer Kirche unterwerfen, zu disziplinieren, sie abzurichten. Denn das ist wohl eine der Funktionen von Religion.

Andererseits: Betrachtet man die Politiken und die Praxen jener Institutionen und Apparate, die Religion zu ihrem Firmenzweck gemacht haben, wird diese Forderung noch um ein Stück zweifelhafter. Wer unter dem Banner der Religion des Islams Selbstmordatten­täter friedliche Zivilisten von Cafés und in Supermärkten wegsprengt, wer Frauen wegen geringster Vergehen gegen ein patriarchalisches Religionssystem steinigt, wer Schwule umbringt weil sie schwul sind, wer gutheißt, dass eine islamische Atombombe den Staat der Überlebenden der Shoa vernichten soll, hätte wohl eher einige Lektionen Ethik-Unterricht nötig, als jemand der sich nicht dem religiösen Wahnsinn anheim gibt. Von der kriminellen Machenschaften der christlichen Kirchen und deren Derivaten, die an Brutalität, Grausamkeit und Verlogenheit schwer zu überbieten sind, einmal ganz abgesehen. Die blutigen Regimes der buddhistischem Mönchsaristokratien nicht zu vergessen. Wo immer wir es mit Religion und deren Institutionen, egal welcher Konfession, zu tun haben, sehen wir Unterdrückung, Terror, Krieg und Entwürdigung des Menschen.

Die Forderung nach einem verpflichtenden Ethik-Unterricht sollte also gerade für jene gelten, die sich wissentlich in den Dienst einer Religion und deren Institution stellen (nichts anderes ist die Teilnahme am Religionsunte­rricht). Sie sind eine Gefahr für die Menschen und die Gesellschaften und nicht jene, die sich dem religiösen Aberglauben entziehen.

Aktuelles:


KPÖ Oberösterreich: Jetzt Unterstützungserklärung unterschreiben!
(14.7.2021)

...mehr


Die Europäische Linke fordert einmal mehr das Ende der Blockade gegen Kuba
(13.7.2021)

...mehr


Die neue Juli Volksstimme 2021 ist da!
(13.7.2021)

...mehr


KPÖ Graz: Unsere Kandidatinnen und Kandidaten für Graz
(10.7.2021)

...mehr


38. Parteitag der KPÖ: In der ältesten Partei Österreichs übernehmen Junge das Ruder
(21.6.2021)

...mehr

Volksstimme - Politik & Kultur - Zwischenrufe links