Licht ins Dunkel
Von Sepp Stingl (22.12.2010)
1973 wurde erstmals im Radio die Spendenaktion Licht ins Dunkel übertragen. Fünf Jahre später gab es dann die TV-Prämiere von dieser Sendung. Und 1989 wurde schließlich der Verein Licht ins Dunkel, in dem (neben Rettet das Kind, der Gesellschaft Österreichischer Kinderdörfer (GÖK), den Kinderfreunden Österreich, der UNICEF, der Caritas und der Diakonie) auch die Lebenshilfe Österreich angehört, gegründet.
Diese größte österreichische Spendeninitiative wird aber gerade von den
Betroffenen oft als fragwürdig bezeichnet: Sie kritisieren das
Spenden-Schnorren mit der Mitleidsmasche und dass Menschen mit Behinderungen
oft nicht als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft dargestellt
werden.
Auch täte dem DUNKEL der Lebenshilfe Tirol etwas mehr LICHT sicherlich
nicht schlecht! Während hunderte Lebenshilfe-MitarbeiterInnen sich in den
Wohnheimen, Werkstätten und Projekten selbstlos und mit letzter Hingabe um das
Wohl ihrer KlientInnen kümmern, weht hinter den Kulissen, in den Chefetagen,
ein anderer Wind mit wohl mehr als fragwürdigen Intentionen:
- Grundstücksankauf in der Ing.-Etzl-Straße:Markus Wilhelm berichtet von
einem überhöhten Grundstückspreis beim Kauf des Anwesen für die neue
Lebenshilfe-Tirol-Zentrale. Stimmt das?- Und wen ja, in wessen Tasche(n)
gelangten diese Nebeneinkommen aus Spendengelder?
- Beratungsvertrag mit Hofherr:Laut Medienberichten kassiert die PR Agentur
Hofherr Communication jährlich eine Fix-Pauschale von etwas mehr als
80.000 Euro für Beratungstätigkeit. Werbeaufträge(!) werden und wurden
selbstverständlich noch extra honoriert
Um welche Art von
Beratertätigkeit handelt es sich hierbei denn eigentlich konkret? Und vor
allem von wem werden diese denn so dringend benötigt, sodass man es sogar in
Kauf nimmt, einen solchen Geldbetrag anderswo einzusparen wie etwa im
operativen Teil (u.a. bei Betreuungstätigkeiten)?
- Ehrenamtlicher Präsident und Honorar-schreibender Firmen-Notar in
einer Person:115.000 Euro, beispielsweise, für eine
Erbschaftsangelegenheit
Selbst wenn es stimmt, dass diese Summe sogar
noch großzügige Preisnachlässe beinhaltet, ist die Inanspruchnahme dieser
Doppelfunktion Zobls, die ja mit derartigen unkontrollierten Honorareinnahmen
als Notariatsinhaber gekoppelt ist, wohl auch selbst für einen Laien etwas
bedenklich
Bezeichnend dann die abgegebene Rechtfertigung für diesen
sechsstelligen Honorarbetrag: Dass nämlich auch andere Organisationen wie z.B.
das Seraphische Liebeswerk ebenfalls von seiner Arbeit profitiert hätten".
(Dies wurde übrigens laut Pressebericht/ T.T.19.12.1910 von zuständiger
Stelle postwendend dementiert und stellte sich somit wohl nicht als
wahrheitsgemäß heraus).
- Kriminell erscheint dann noch der von ihm abgewickelte Verkauf von
(Grundbuch-gesicherten) Wohnrechten in Lebenshilfe-Wohnheimen. 27 Betroffenen
wurden um insgesamt 820.000 Euro derartige Wohnrechte (20.000 bis
60.000 Euro/Einheit) suggeriert, sprich eingeredet! Und das obwohl dieses
Recht laut Aussagen des Landes Tirol und des Rechnungshofs jedem/r Behinderten
de facto ohnehin zustehen würde. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck prüft daher
wegen möglichen Betrugs. Was ist jedoch, wenn sich diese schwerwiegenden
Verdachtsmomente tatsächlich erhärten? Wer ersetzt den Betrogenen dann
eigentlich diesen für sie entstandenen Schaden? Die Lebenshilfe Tirol ?
Notar Zobl persönlich?
oder vielleicht letztlich dann wie so oft gar
keiner?
- Die Tiroler Krone weiß weiters dazu zu berichten, dass diese
Wohnrechtsverträge zum Teil auch an nicht-geschäftsfähige Invalide(!)
verkauft wurden! Hier herrscht somit logischerweise ebenfalls ein dringender
Aufklärungsbedarf in Bezug auf die gesetzlich vorgesehene Sachwalterschaft:
Sind es die jeweiligen Angehörigen? Oder ist es vielleicht nicht doch etwa
wieder der Freundeskreis rund um Zobl & Co. (CV/ÖVP
etc.)?
- Skepsis und Vorsicht sind wie so oft auch bei solchen ohne Licht im
Dunkeln sich bewegenden und auch von der Politik getragenen (!) Seilschaften
somit wohl mehr als angebracht! Ein ehemaliger Tiroler Staatsanwalt, der zur
Zeit ein leitendes Amt in Liechtenstein ausübt, meinte etwa vor wenigen Jahren
in einer kleinen, aber immerhin öffentlichen Diskussionsrunde im Hotel Grauer
Bär sinngemäß (Anm.: und wahrscheinlich nicht ganz unbegründet?!) recht
unverfroren, dass die Tiroler ÖVP eine einzige Mafia sei.
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