KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Männer „Im Zentrum“ – Frauen nicht gefragt?

Von Heidi Ambrosch (12.2.2010)

Männliche Seilschaften funktionieren mehr denn je, nicht ohne Grund.

Zum Thema „Haltet den Steuer-CD-Dieb! Rechtfertigt die Jagd auf Steuersünder alle Mittel?“ diskutierten am 7. Februar mit Ingrid Thurnher 6 Männer: Günther Stummvoll – Finanzsprecher ÖVP, Niels Annen – SPD-Vorstandsmitglied, Hans Kaufmann – SVP Abgeordneter, Friedrich Schneider – Experte für Schwarzarbeit und Steuerhinterzi­ehung, Bernd Christian Funk – Verfassungsexperte und Roman Leitner – Steuerberater.

Wohl fern ab vom öffentlichen Auftrag des ORF, aus dem ich vor dem zweiten Beispiel zitieren will: „Als eigenständiges österreichisches Rundfunkunternehmen erbringt der ORF eine nationale Dienstleistung, indem er täglich das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben des Landes darstellt, zu seiner Aufarbeitung beiträgt und breite gesellschaftliche Kommunikation ermöglicht.“

Zum Thema „Reformschub oder Rechtsruck – was brächte uns Schwarz-Blau?“ diskutierten am 3. Februar 2010 mit Werner Schneyder im „Club 2“: Karl-Heinz Grasser, ehemaliger Finanzminister, Herbert Scheibner, ehemaliger FPÖ-Verteidigungsmi­nister, Herwig Van Staa, ehemaliger Tiroler Landeshauptmann, ÖVP, Doron Rabinovici, Historiker, Wilhelm Haberzettl, SPÖ-Gewerkschafter

Marion Kraske, Journalistin und Autorin, Hubert „Hubsi“ Kramar, Schauspieler – ebenfalls 6 Männer und eine Frau.

Gemäß dem Auftrag ließen sich diese Runden aus verschiedensten Perspektiven eklatant widersprechend kritisieren, ich will den Fokus auf die Geschlechterhi­erarchien und –ideologien richten, die in und durch Fernsehdiskussionen mit kommuniziert und aktualisiert werden.

Warum nur tritt die Quotierungsfor­derung so beharrlich auf der Stelle? Warum ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Frauen dieses Landes uninteressant?

Frauen – 52 Prozent der Bevölkerung, leisten zwei Drittel der gesamtgesellschaf­tlichen Arbeit, verdienen um rund ein Drittel weniger und ihr Anteil am Besitz und Vermögen ist vernachlässigbar. Sie „dienen“ aber gerade in Krisenzeiten einmal mehr als Manövriermasse, auf die der Erwerbsarbeitsmarkt zwar nicht verzichten will und kann, auch weil Frauen meist aufgrund ihrer Sozialisation über ihre sonstige mit Männern vergleichbare Qualifikation hinaus über „soft skills“ – soziale Kompetenzen verfügen, die heute zunehmend gefragt sind, aber nicht bezahlt werden brauchen, da sie nirgends bewertet werden.

Muss vielleicht, die mit Männern vergleichbare oder sogar höhere Qualifikation möglichst versteckt werden, damit das so bleibt, Frauen nicht beginnen zu rechnen und überdies soziale Verantwortung, die der Staat wieder zurück in die privaten Haushalte schiebt, insbesondere Kranken- und Altenpflege, reibungslos funktionieren kann?

Pröll sucht den „Superpraktikant“ – geworden ist es eine Frau.

Der bedingungslos und erwünscht versteckten Frauenarbeit ist aus feministischer Sicht vor allem eins – das bedingungslose Grundeinkommen entgegenzusetzen!

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